Für manche kam der Friedensnobelpreis für María Corina Machado überraschend. Andere hingegen wussten trotz Geheimhaltung schon Stunden vorher davon. Das Nobel-Institut spricht von einer Schwachstelle. Das norwegische Nobel-Institut hat am Freitag bestätigt, dass der Name von Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado vor der Bekanntgabe "illegal" durchgestochen worden ist. Dabei schloss es nicht aus, dass ein staatlicher Akteur hinter dem Leck stecken könnte. Es sei "nicht unangemessen, einen staatlichen Akteur in Erwägung zu ziehen", sagte der Direktor des Instituts, Kristian Berg Harpviken, der Zeitung "Verdens Gang". In der Nacht zum 10. Oktober, dem Tag der Bekanntgabe, war beim Wettanbieter Polymarket die Wahrscheinlichkeit, dass die venezolanische Oppositionsführerin Machado den Friedensnobelpreis erhalten könnte, in weniger als zwei Stunden von 3,75 auf fast 73 Prozent gestiegen. Machado wurde die Auszeichnung dann tatsächlich zuerkannt. Da zuvor weder Experten noch Medien Machado zu den Favoriten gezählt hatten, leitete das Nobel-Institut eine interne Untersuchung ein. Auszeichnung mit Trump teilen? Nobelinstitut ermahnt Preisträgerin Machado Nobelpreisträgerin: Nach ihren Auftritten flieht "La Libertadora" mit dem Motorrad "Viel Geld auf Wettportalen platziert" "Angesichts der Tatsache, dass mehrere Akteure schon Stunden vor der Bekanntgabe viel Geld auf Wettportalen platziert hatten, können wir mit Sicherheit feststellen, dass es Akteure gab, die illegal an Informationen über die diesjährige Entscheidung gekommen sind", sagte der Sprecher des Instituts, Erik Aasheim, der Nachrichtenagentur AFP. "Bei unseren Untersuchungen konnten wir nicht feststellen, wie die Information erlangt wurde, noch konnten wir feststellen, wer die Information erlangt hat, oder ob es ein privater oder staatlicher Akteur war", fügte Aasheim hinzu. Das Institut erklärte, es habe Schwachstellen in seinem IT-System identifiziert und Korrekturen eingeleitet. Machado überreichte Trump ihre Medaille Das Nobel-Institut hatte Machado den Friedensnobelpreis für ihren "unermüdlichen Einsatz zur Förderung demokratischer Rechte für das Volk Venezuelas und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von der Diktatur zur Demokratie" zuerkannt. Die 58-jährige Oppositionspolitikerin war 2024 von der Präsidentschaftswahl in Venezuela ausgeschlossen worden. Sie widmete ihren Preis US-Präsident Donald Trump und überreichte ihm ihre Medaille Mitte Januar im Weißen Haus. Das Nobel-Komitee hatte zuvor bekräftigt, dass der Preis nicht übertragbar sei.