Polizisten halten ein Auto an. Darin machen sie einen brisanten Fund. Stehen Fahrerin und Beifahrer etwa in Verbindung zu organisiertem Verbrechen? Nach dem Großeinsatz auf der A3 mit der Sprengung eines mutmaßlich explosiven Fundes in einem Wagen am Freitag steht das bayerische Landeskriminalamt (LKA) nun vor offenen Fragen. Es gebe aufgrund der vorgefundenen Gegenstände mehrere Hinweise auf eine mögliche Verbindung in den Bereich der Organisierten Kriminalität, in diesem Fall zur Szene der Geldautomaten-Sprenger, erklärte ein Sprecher des LKA t-online am Samstag. Es seien zwei Brecheisen, ein Benzinkanister und mutmaßlicher Sprengstoff gefunden worden, erklärte er weiter. Das allein sei zwar noch kein Beweis dafür, dass damit ein oder mehrere Geldautomaten gesprengt werden sollten, doch "allein die Kombination der Gegenstände legt den Verdacht sehr nahe". Verkehrskontrolle eskaliert: Mann in Hamburg verliert sein Leben Tod eines Kindes: Verdacht gegen Mutter nach Tötung eines Elfjährigen erhärtet Verbindungen zu vorherigen Taten? Die 28-jährige Fahrerin und ihr 24-jähriger Beifahrer seien demnach gegen 2 Uhr zufällig im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle durch die Verkehrspolizei auf der Autobahn 3 bei Wiesent im Landkreis Regensburg angehalten worden, so der Sprecher. Dabei hätten die Beamten die verdächtigen Gegenstände entdeckt. Beide Insassen seien daraufhin vorläufig festgenommen worden. Die Beamten hätten im Verlauf des Einsatzes Spezialisten des LKA aus München angefordert. Diese hätten daraufhin festgestellt, dass der Fund zu gefährlich für einen Transport nach München sei – und sprengten ihn kontrolliert an Ort und Stelle. Die Autobahn wurde hierfür stundenlang voll gesperrt. Die Reste der Sprengung seien anschließend aufgesammelt und nach München in ein Labor transportiert worden, erklärte der Sprecher. "Dort werden die Gegenstände jetzt auf sogenannte Sprengstoffrestanhaftungen untersucht", führte er aus. Diese Analysen könnten zeigen, ob es zuvor ähnliche Spuren an anderen Tatorten gegeben habe. "So können wir Verbindungen zu anderen Sprengstoffserien aufdecken." Mit ersten Ergebnissen sei aber erst in mehreren Wochen zu rechnen. "Das ist akribische Arbeit. Dafür muss man sich Zeit nehmen", führte er aus. Insassen könnte lange U-Haft bevorstehen Die beiden Fahrzeuginsassen seien mittlerweile in U-Haft. "Ein Richter hat noch am Freitag einen Haftbefehl gegen sie eröffnet." Es bestehe der Verdacht auf die Vorbereitung eines Explosionsverbrechens und des Verstoßes gegen das Sprengstoffrecht. Außerdem stünden sie im Verdacht, einen schweren Bandendiebstahl geplant zu haben. Neben den Laboruntersuchungen sollen nun weitere Ermittlungen aufgenommen werden. Sollten die Ermittler weitere Hinweise finden, bestehe demnach die Möglichkeit, dass sie auch über die erste Haftprüfung hinaus im Gefängnis bleiben müssten. "Das ist dann aber Sache der Staatsanwaltschaft", so der Sprecher. Zu der Frage, ob die 28-Jährige und ihr Beifahrer bereits polizeibekannt seien, wollte der Beamte im Gespräch mit t-online aus ermittlungstaktischen Gründen keine Aussage machen.