Die jüngsten Epstein-Dokumente zeigen enge Verbindungen des Sexualstraftäters nach Moskau. Polens Behörden sollen nun einem Verdacht nachgehen. Polen will mögliche Verbindungen zwischen dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und dem russischen Geheimdienst untersuchen. Die Behörden würden ein Team bilden, um mögliche Auswirkungen der Verbrechen Epsteins auf Polen zu prüfen, kündigte Ministerpräsident Donald Tusk am Dienstag an. Es gehe insbesondere um eine mögliche Verwicklung russischer Dienste. Epsteins Russland-Verbindungen : "Die größte Honigfallen-Operation der Welt" Newsblog zur US-Politik : Alle Entwicklungen im Überblick "Immer mehr Spuren, immer mehr Informationen und immer mehr Kommentare in der Weltpresse beziehen sich auf den Verdacht, dass dieser beispiellose Pädophilie-Skandal von russischen Geheimdiensten mitorganisiert wurde", sagte Tusk bei einer Regierungssitzung. Dies bedeute möglicherweise, dass Moskau über kompromittierendes Material über viele heute noch aktive Führungspersönlichkeiten verfüge. Dies sei auch eine Gefahr für die Sicherheit des polnischen Staates. Hat Epstein "Kompromat" für Russland gesammelt? Das US-Justizministerium veröffentlichte vor kurzem Millionen interner Dokumente zu dem Fall . Diese enthüllten Verbindungen des Investmentbankers zu zahlreichen prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Finanzwelt, Wissenschaft und Wirtschaft. Eine Stellungnahme der Regierung in Moskau oder der russischen Botschaft in Warschau lag zunächst nicht vor. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hatte im Dezember erklärt, die Epstein-Akten zeigten die Heuchelei der westlichen Eliten. Diese hätten auf Russland herabgeblickt und über Demokratie belehrt, seien nun aber "in interessanten Posen mit ebenso interessanten Freizeitpartnern" zu sehen. Der US-Finanzmanager Epstein hatte über Jahre hinweg einen Ring zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger unterhalten und weltweit Kontakte zu hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel gepflegt. Er wurde im Juli 2019 festgenommen und nahm sich einen Monat später in einer New Yorker Gefängniszelle das Leben. Um den Fall ranken sich zahlreiche Theorien. Dazu gehören Spekulationen, Epstein habe im Auftrag von Geheimdiensten kompromittierendes Material ("Kompromat") über einflussreiche Personen gesammelt, um diese erpressbar zu machen. Tusk greift mit seiner Ankündigung diesen Aspekt nun auf offizieller Regierungsebene auf.