Bei den Olympischen Winterspielen hat es am Freitag die erste große sportliche Überraschung gegeben. Schwedens Curling-Profis kassierten eine heftige Niederlage. Was Schwedens Curling-Duo bei den Winterspielen in Mailand und Cortina zeigte, ließ selbst erfahrene Beobachter fassungslos zurück. In der Mixed-Vorrunde kassierten Isabella und Rasmus Wrana ein 0:9 gegen Norwegen – ein Ergebnis, das im Mutterland des Curlings Entsetzen auslöste. Für Schweden, das mit großen Erwartungen in das Turnier gegangen war, kam die Niederlage völlig überraschend. Die Zeitung "Expressen" sprach nach der Partie von "einem historischen Tiefpunkt". Auch Nationaltrainer Andreas Prytz fand deutliche Worte. "Das war eine beispiellose Katastrophe. Ich bin überrascht, dass es so schlecht gelaufen ist", sagte er. Beim schwedischen TV-Sender SVT legte Experte Niklas Nord nach: "Dieses Spiel möchte Schweden vergessen." "Alles oder nichts": Schweden steht nun unter Druck Bei den Spielern saß der Frust tief. Rasmus Wrana wirkte nach der Partie niedergeschlagen und sagte: "Das ist einfach traurig." Dabei war Schweden als klarer Favorit in das Duell gegangen. Norwegen hatte zuvor dreimal in Folge verloren. Auf dem Eis zeigte sich davon jedoch nichts. Die Norweger bestimmten die Partie, während Schweden ohne eigenen Punkt blieb. Die Entscheidung fiel früh. Als möglichen Grund nannten die Schweden die Bedingungen. Auf Bahn D sei das Eis "uneben und langsam" gewesen. Trainer Prytz sah zudem mentale Ursachen. Prytz sagte: "Vielleicht sollten wir zu Beginn der Spiele etwas vorsichtiger sein, damit wir nicht die ganze Zeit dieser verdammten Jagd hinterherlaufen müssen." Im olympischen Curling-Turnier stehen für Schweden noch vier Partien an. Um den Halbfinaleinzug und damit eine Medaillenchance zu wahren, müssen alle gewonnen werden. Rasmus Wrana zeigte sich dennoch kämpferisch: "Jetzt geht es um alles oder nichts! Wenn wir die restlichen Spiele gewinnen, können wir es trotzdem ins Finale schaffen."