Benjamin Karl hat bei Olympia seine zweite Goldmedaille gewonnen. Im Ziel wartete der Snowboarder mit einem ungewöhnlichen Jubel auf. Am Sonntag standen bei den Olympischen Spielen ganze acht Medaillenentscheidungen an. Einer der Gewinner: Benjamin Karl. Der österreichische Snowboarder entschied das Finale im Parallel-Riesenslalom gegen den Südkoreaner Kim Sangkyum mit fast zwei Zehntel Sekunden Vorsprung für sich. Bemerkenswert war dabei nicht nur das Resultat, sondern auch das, was Karl im Zielbereich machte. Mit breit ausgebreiteten Armen bremste er ab, als der 40-Jährige schließlich zum Stillstand gekommen war, entledigte er sich seiner Ausrüstung: Der Athlet löste sein Board von den Schuhen, warf Handschuhe, Helm und Brille in den Schnee. Er zog sein Trikot und drei darunter befindliche Schichten an wärmender Kleidung aus. Mit nahezu nacktem Oberkörper, einzig ein Schal lag noch um seinen Hals, setzte karl schließlich einen Jubelschrei ab. Dazu zeigte er eine Pose, die an Marvel-Figur Hulk oder Fußballer Mario Ballotelli im EM-Halbfinale 2012 gegen Deutschland erinnerte. "Das habe ich von Hermann Maier geklaut. Das wollte ich ihm immer schon mal nachmachen, darauf habe ich ungefähr 25 Jahre gewartet", berichtete Karl beim ORF. "Er hat das vorgemacht und ich war immer schon ein Fan vom Hermann. In Peking habe ich meine Chance verpasst, weil ich so mit meinen Emotionen beschäftigt war. Diesmal habe ich schon vor dem letzten Run gewusst, das packe ich heute und mach das." Für den 40-Jährigen war es bereits das zweite olympische Gold. Schon 2022 hatte er beim Parallel-Riesenslalom triumphiert. In Vancouver (Silber) sowie in Sotschi (Bronze im Parallel-Slalom) hatte der Snowboarder zuvor weitere Medaillen gesammelt.