Die Börsenkurse schwankten zuletzt wieder deutlich stärker. Wie Sie als Anleger davon profitieren und ein Vermögen aufbauen können. Was für ein Jahresauftakt an der Börse! Auf neue Rekordhochs mit mehr als 25.400 Punkten beim Dax folgte in der zweiten Januarhälfte ein schmerzhafter Rücksetzer um fast 1.000 Punkte. Seither geht es munter hoch und runter. Wobei das Wort "munter" unsere Gefühle als Anleger eher schlecht beschreibt, oder? Noch heftiger war die Achterbahnfahrt an der US-Technologiebörse Nasdaq , von Einzelaktien ganz zu schweigen. Solche Kursschwankungen gehören an der Börse dazu . Von Zeit zu Zeit kommt es zu Turbulenzen, zu heftigeren Korrekturen und manchmal sogar zu einem Crash. Der langfristigen Rendite schadet das aber zum Glück kaum. Und als Anleger können wir davon sogar profitieren – indem wir beherzt zugreifen, was zugegebenermaßen Börse für Fortgeschrittene ist, für erfahrene Anleger mit Nerven wie Stahl. Oder wir profitieren, indem wir einfach ganz regelmäßig und automatisiert investieren, und zwar mit Sparplänen . Einfach regelmäßig investieren Ich bin ein großer Fan von ETF-Sparplänen. So investiere ich regelmäßig eine fixe Summe in breit streuende, global anlegende börsennotierte Indexfonds ( Exchange Traded Funds, ETFs ). Das ist nicht nur eine sehr einfache und geniale Form, um regelmäßig Geld anzulegen. Es ist auch eine verdammt clevere Variante, um die Schwankungen an den Finanzmärkten optimal zu nutzen. Bei gleichbleibenden, regelmäßigen Sparraten kaufen wir mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger Anteile, wenn die Kurse hoch stehen. So einsteht ein günstiger Durchschnittspreis, im Börsendeutsch der Cost-Average-Effekt. Das lohnt sich langfristig. Ein sehr plakatives Beispiel: Sie investieren monatlich 100 Euro in einen ETF. Der ETF steht bei 100 Euro, sie bekommen einen Anteil. Nun knallt es an der Börse, der ETF stürzt auf 50 Euro ab und sie bekommen zwei Anteile. Oder eine Rally treibt Ihren ETF auf 200 Euro, dann bekommen sie nur einen halben Anteil. Es ist ein bisschen wie auf dem Wochenmarkt: Wenn es Angebote gibt, kaufen Sie mehr. Ist das Gewünschte gerade superteuer, kaufen Sie ein bisschen weniger. Das ergibt Sinn, auch an der Börse. Wir investieren also antizyklisch. Schritt für Schritt zu einem kleinen Vermögen So ein langfristiger Sparplan lohnt sich richtig. Wir nutzen nicht nur Kursrücksetzer, sondern profitieren auch von einer Art Zinseszinseffekt . Je länger der Sparplan läuft, desto größer der Effekt. Das zeigt die Statistik des Fondsverbands BVI immer wieder sehr eindrucksvoll: Wenn Sie zehn Jahre lang Monat für Monat 100 Euro in einen global investierenden Fonds oder ETFs eingezahlt hätten, insgesamt also 12.000 Euro, dann wären daraus immerhin 17.909 Euro geworden. Macht eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,8 Prozent. Noch beeindruckender ist das Ergebnis über 30 Jahre: Aus 36.000 Euro wären stolze 113.454 Euro geworden. Die durchschnittliche jährliche Rendite liegt mit 6,9 Prozent etwas niedriger – es hat eben auch dreimal heftig geknallt. Aber das ändert nichts daran, dass sich ein solcher Sparplan mehr als gelohnt hat. Beachten Sie aber bitte: Diese Angaben sind Durchschnittswerte. Es gibt bessere und schlechtere Fonds und ETFs. Und apropos ETFs: Die gibt es in Deutschland erst seit gut 25 Jahren, entsprechend sind sie in der 30-Jahres-Statistik noch gar nicht vertreten, in der 20-Jahres-Statistik sind es erst einige wenige, bei der kürzeren Laufzeit dann aber immer mehr. ETFs sind oft die bessere Wahl, auch das zeigt die Statistik. Die wenigsten Fondsmanager schlagen dauerhaft ihren Vergleichsindex, was auch den deutlich höheren Kosten geschuldet ist. Die Einmalanlage würde den Sparplan schlagen Zurück zur Statistik: Sparpläne sind eine sehr feine Sache. Aber mit der Einmalanlage fährt man ein kleines bisschen besser , vor allem langfristig. Aber dabei braucht es auch verdammt starke Nerven, schließlich müssten Sie an einem Tag die gesamte Summe investieren. Sie werden sich unweigerlich fragen, ob es der "richtige" Tag ist, ob es einen besseren gibt, ob sie einen Rücksetzer abwarten sollten . Und wenn der nicht kommt? Dann laufen Ihnen die Kurse weg. Und wenn er doch kommt? Haben Sie den Mut, genau dann zu investieren? Ein Sparplan nimmt Ihnen diese Entscheidung ab, denn Sie investieren einfach immer. Und so extrem groß ist der Unterschied mit Blick auf die Rendite auch gar nicht. In den vergangenen zehn Jahren lieferten global investierende Aktienfonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,4 Prozent, auf Sicht von 30 Jahren waren es 7,4 Prozent. Auch wenn das für die Einmalanlage spricht: Die meisten von uns haben wohl eher den finanziellen Spielraum, in den kommenden 30 Jahren Monat für Monat 100 Euro zu investieren als heute 36.000 Euro. Ich bin sehr überzeugt von meinen ETF-Sparplänen, sie machen Kursrücksetzer und größere Schwankungen ein wenig erträglicher. Mal abgesehen davon, dass wir Einmalanlage und Sparplan auch kombinieren können!