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Gewaltsamer Tod eines Rechtsextremen in Lyon schürt Befürchtungen vor Racheakten

Stern 

Der gewaltsame Tod eines jungen Rechtsextremen in der französischen Stadt Lyon hat Befürchtungen vor möglichen Racheakten geschürt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron rief am Samstag zu "Ruhe, Zurückhaltung und Respekt" auf. In Frankreich könne "keine Ideologie jemals rechtfertigen, dass man tötet", schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst X. Justizminister Gerald Darmanin beschuldigte am Sonntag die "extreme Linke", für die Tat verantwortlich zu sein. 

Der 23-jährige Quentin D. war am Donnerstag am Rande von Protesten gegen einen Auftritt der linksgerichteten Europaabgeordneten Rima Hassan in Lyon brutal attackiert worden. Der Student und Angehörige der Identitären Bewegung erlag am Samstag in einem Krankenhaus der französischen Großstadt seinen schweren Verletzungen. Die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet.

Nach Angaben des identitären Kollektivs Némésis war D. Teil des Ordnungsdienstes, der für die Sicherheit der Anti-Hassan-Demonstranten sorgen sollte. Er und andere Identitäre wurden demnach von Antifa-Aktivisten attackiert. Der französische Fernsehsender TF1 zeigte am Samstagabend ein Video, das die Tat zeigen soll. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie drei Männer von einer Gruppe von Angreifern zusammengeschlagen werden.

Der Anwalt der Familie von D. sprach von einem "Hinterhalt", der "methodisch vorbereitet" worden sei. Die Angreifer seien "organisiert und trainiert" gewesen. Die Familie des Toten rief zu "Ruhe und Zurückhaltung" auf.

Zahlreiche französische Politiker äußerten sich zu dem Vorfall. Justizminister Darmanin gab dabei der politischen Linken eine Mitschuld an der Tat. "Worte können töten", sagte Darmanin am Sonntag im Sender RTL. Er beobachte Reden der extremen Linken, insbesondere von der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI), "die leider zu ungezügelter Gewalt in Onlinediensten und dann in der physischen Welt führen". Die Politikerin Hassan und LFI-Chef Jean-Luc Mélenchon hätten zudem "nicht ein Wort an die Familie des jungen Mannes" gerichtet.

Mélenchon äußerte ebenfalls am Sonntag seine "Bestürzung" über die Tat. "Wir sprechen seiner Familie und seinen Angehörigen unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme aus", sagte er in Montpellier. Seine Partei LFI lehne jegliche Gewalt ab, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien "realitätsfern".

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