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Hannes Jaenicke legt nach: Jetzt schießt der TV-Star gegen die AfD

Eine abgesetzte ZDF-Reihe mit Hannes Jaenicke produzierte zuletzt viele Schlagzeilen. Im t-online-Interview erklärt der Schauspieler seine Kritik. Wenn Stars am roten Teppich Interviews geben, geraten die Aussagen oft ungefiltert in die Öffentlichkeit. So auch bei Hannes Jaenicke . Als dieser am Wochenende am Rande der Berlinale-Veranstaltung "ARD Blue Hour" deutliche Kritik am ZDF äußerte, erregte er Aufsehen. "Ich hätte die Sendung wahnsinnig gerne weiter gemacht", sagte der 65-Jährige dort einer Reporterin vom "Berliner Kurier" über seine Dokureihe "Im Einsatz für ..." und fügte an: "Das 'Traumschiff' fährt weiter, und meine kleine Sendung wird abgesetzt?" Viele Medien, darunter auch t-online , berichteten über diesen Vorwurf in Richtung des öffentlich-rechtlichen Senders. Jaenicke, der in den Achtzigern Vegetarier und Mitglied bei Greenpeace wurde, drehte seit 2007 für das ZDF die Dokureihe "Im Einsatz für …" und berichtete darin über bedrohte Tierarten oder Umweltphänomene. Jetzt ordnet er seine Anschuldigungen im Interview ein – und holt zugleich zu einem Rundumschlag aus. t-online: Herr Jaenicke, nach 18 Jahren hat das ZDF im Dezember Ihre Dokureihe "Im Einsatz für ..." eingestellt. Sie sagten, dafür fehle Ihnen das Verständnis. Warum? Hannes Jaenicke: Zuerst einmal bin ich dankbar. Achtzehn Jahre lang durfte ich diese Reihe machen – das ist im deutschen Fernsehen alles andere als selbstverständlich. Die Redaktion war großartig, ich hatte enorme Unterstützung. Aber ich verstehe den Zeitpunkt nicht. Wieso? Weil wir mitten in einer eskalierenden Klimakrise stecken. In Athen werden im Sommer 50 Grad gemessen, es brennt jedes Jahr in Portugal , Spanien , Frankreich , Kalifornien . Regionen trocknen aus, das Grundwasser wird knapp. Und genau in so einer Phase verschwindet ein Umweltformat. Das erschließt sich mir nicht. Sie haben in diesem Zusammenhang auch das "Traumschiff" erwähnt – und damit viel Aufsehen erregt. Ja, und im Nachhinein hätte ich diesen Vergleich vielleicht nicht ziehen sollen, weil Unterhaltung natürlich ihre Berechtigung hat. Das ZDF hat auch einen Unterhaltungsauftrag. Aber man darf doch fragen, warum eine sehr teure Kreuzfahrt-Serie weiterläuft, während eine vergleichsweise günstige Umweltreihe gestrichen wird. Wie groß ist der Unterschied? Ein Fernsehfilm kostet zwischen 1,7 und 2 Millionen Euro. Unsere Dokus lagen bei etwas über 200.000 Euro. Wir haben acht oder neun Monate recherchiert, teilweise anderthalb Jahre gedreht. Das war kein Luxusprojekt. Dokumentarfilm macht niemand, um reich zu werden. Trotzdem werden Sie verstanden haben, dass gespart werden muss. Natürlich. Formate werden irgendwann abgesetzt, das gehört zum Geschäft. Ich arbeite seit über 40 Jahren in diesem Beruf. Wie haben Sie denn konkret vom Aus erfahren? Einen Tag vor der Ausstrahlung rief mich der zuständige Abteilungsleiter an und sagte, wir müssten sparen, mein Format werde eingestellt. Das war ein fairer Anruf, wirklich. Aber es war natürlich ein merkwürdiger Moment, weil ich noch in mehreren Talkshows und Interviews saß und ständig gefragt wurde, was als Nächstes kommt – und ich musste sagen: nichts mehr. Und das hat Sie besonders getroffen? Enttäuscht hat es mich schon. Aber was mich mehr stört als das persönliche Ende der Reihe, ist das Signal dahinter: Umwelt scheint gerade kein Thema mehr zu sein. Und das halte ich für kurzsichtig. Heißt das, das Interesse ist schlicht gesunken? Offenbar ja. Solche Wellen gab es immer wieder. Mal ist Umweltschutz en vogue, mal nicht. Aber die Realität bleibt. Die Klimakrise geht ja nicht weg, nur weil wir sie ignorieren. Spätestens bei der nächsten großen Flut oder den nächsten verheerenden Bränden wird das Thema wieder auf der Agenda stehen. Kritiker werfen Ihnen Doppelmoral vor. Sie würden für Ihre Umwelt-Dokus um die Welt fliegen und seien ein "öffentlich-rechtlich finanzierter Aktivist". Trifft Sie das? Natürlich fliegen wir für Dreharbeiten. Anders lassen sich internationale Dokumentationen nicht realisieren. Also ist der Vorwurf berechtigt? In einem Punkt schon: Filmemachen ist ein Umweltkompromiss. Das bestreite ich gar nicht. Aber wir gleichen unsere Emissionen aus – und zwar nicht symbolisch, sondern über unsere Stiftung mit einem großen Regenwaldprojekt auf Borneo. Wahrscheinlich um ein Vielfaches dessen, was übliche Airline-Kompensationen leisten. Privat fliegen Sie also nicht? So wenig wie möglich. Und die Legende, ich würde ständig zwischen den USA und Deutschland pendeln, stimmt schlicht nicht. Das war nur für einen begrenzten Zeitraum der Fall. Danach bin ich ausschließlich aus beruflichen Gründen geflogen. Und der Vorwurf, Sie seien ein "öffentlich-rechtlich finanzierter Aktivist"? Ich habe viele Jahre auch im Privatfernsehen gearbeitet und dort sehr gut verdient. Außerdem schreibe ich Bücher. Mein Einkommen speist sich nicht ausschließlich aus öffentlich-rechtlichen Produktionen. Dieser Vorwurf greift zu kurz. Aber eine gewisse Sympathie für ARD und ZDF ist Ihnen nicht abzusprechen, oder? Ja, absolut. Produktionskosten sind seit Corona um rund 20 Prozent gestiegen, die Gebühren nicht. Wenn wir seriösen Journalismus wollen, kostet das Geld. Trotzdem stehen die Sender massiv unter Druck. Weltweit. In den USA, in Europa – überall kämpfen öffentlich-rechtliche Medien ums Überleben. Und das halte ich für gefährlich. Freie, unabhängige Medien gehören zu einer funktionierenden Demokratie. Was genau macht Ihnen Sorgen? Wenn Menschen ihre Informationen nur noch aus sozialen Netzwerken beziehen, bewegen sie sich sehr schnell in Filterblasen. Unabhängige Berichterstattung findet dort kaum statt. Das untergräbt demokratische Prozesse. Während unseres Telefonats erwähnten Sie bereits mehrfach die AfD . Warum warnen Sie so eindringlich vor dieser Partei? Weil ich sie für eine reale Gefahr halte. Ich habe lange in den USA gelebt und sehr genau beobachtet, was dort passiert ist. Wenn demokratische Institutionen geschwächt werden, ist das kein theoretisches Szenario. Befürworten Sie ein Verbotsverfahren? Zunächst einmal ein Prüfverfahren. Wenn eine Partei vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, muss geprüft werden, welche Konsequenzen das hat. Wegsehen ist keine Lösung. Sollte Deutschland auch Social Media für unter 16-Jährige beschränken, wie es aktuell diskutiert wird? Ich halte diese Debatte für absolut richtig. Australien zeigt, wie es geht, in Dänemark wird es vorgemacht. Soziale Medien prägen junge Menschen enorm – politisch wie gesellschaftlich. Wenn ein erheblicher Teil sehr junger Wähler extremen Parteien zuneigt, muss man sich fragen, welche Rolle digitale Plattformen dabei spielen. Sie meinen die Erstwählerquote bei der AfD? Es ist absolut erschreckend, welch fatale Wahl viele Erstwähler treffen. Kein Wunder, dass sich ausgerechnet AfD-Politiker gegen Social-Media-Beschränkungen für Jugendliche aussprechen. Bei all den Krisen – verliert man da nicht irgendwann die Lust auf Nachrichten? Ich bin ein Nachrichtenjunkie. Ich lese internationale Medien, verfolge das Geschehen intensiv – und ärgere mich manchmal über mich selbst. Warum? Weil diese permanente Reizüberflutung anstrengend ist. Während der Dreharbeiten, wenn ich keinen Zugang zu Nachrichten hatte, habe ich das regelrecht genossen. Aber informiert zu bleiben, halte ich trotzdem für wichtig. Gerade in Zeiten wie diesen.

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