Mit einer Aussage hat der US-Botschafter in Israel international für Empörung gesorgt. Es geht um einen Bibelvers – und daraus resultierende Gebietsansprüche. Der US-Botschafter in Israel , Mike Huckabee, hat mit kontroversen Aussagen über Gebietsansprüche Israels für breite internationale Kritik gesorgt. In einer Podcast-Folge des rechten US-Moderators Tucker Carlson sagte Huckabee, es sei "in Ordnung", wenn Israel das Gebiet zwischen dem Nil in Ägypten und dem Euphrat im Irak beanspruche. Zur Begründung verwies der ehemalige Baptistenprediger auf die sogenannte Landverheißung im 1. Buch Mose 15,18, in der Gott Abraham ein Land "vom Strom Ägyptens bis an den großen Fluss, den Euphrat", zusagt. Rechtsextreme Isralis und US-amerikanische Fundamentalisten leiten daraus einen Anspruch auf das sogenannte "Groß-Israel" ab. Der heutige israelische Staat verlange jedoch nicht, "alles zu nehmen", relativierte Huckabee auf Nachfrage Carlsons. "Es war eine eher übertriebene Aussage." Arabische Staaten veröffentlichen gemeinsame Erklärung Die Äußerungen stießen in der arabischen und muslimischen Welt auf scharfe Ablehnung. In einer am Sonntag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung verurteilten die Vereinigten Arabischen Emirate sowie weitere Länder Huckabees Aussagen als "gefährlich und aufwieglerisch". Sie verstießen, so die Kritik, gegen die Charta der Vereinten Nationen und erschwerten diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Gaza-Kriegs. Neue Studie: Zahl der Toten in Gaza deutlich höher als bisher angenommen Bei Olympia : Israelischer Viererbob vom eigenen Verband disqualifiziert Unterzeichner der Erklärung sind Ägypten, Jordanien , Saudi-Arabien , Katar, die Türkei , Kuwait, Bahrain, der Libanon und Syrien sowie internationale Organisationen wie die Arabische Liga und die Organisation für Islamische Zusammenarbeit. Jordanien: "Angriff auf die Souveränität" Einzelne Staaten äußerten sich bereits vor der gemeinsamen Erklärung. Saudi-Arabien bezeichnete Huckabees Worte als "leichtfertig" und "unverantwortlich". Jordanien sprach von einem "Angriff auf die Souveränität" mehrerer Staaten. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warf den USA gar eine "aktive Komplizenschaft" bei israelischen Angriffen vor. Während offizielle israelische Regierungsstellen bislang keine Stellungnahme abgegeben haben, lobte der israelische Parlamentspräsident Amir Ohana Huckabee für dessen pro-israelische Haltung. Podcast-Gastgeber Carlson warf er hingegen "Unwahrheit und Manipulation" vor. Tucker Carlson selbst steht seit Längerem in der Kritik, weil er Antisemiten in seiner Sendung eine Plattform gibt. In einer früheren Podcast-Folge hatte er ein Interview mit dem als rechtsextrem eingestuften US-Aktivisten Nick Fuentes geführt. Darin lobte Fuentes Adolf Hitler, leugnete den Holocaust und verbreitete antisemitische Aussagen gegenüber jüdischen US-Bürgern.