Wer führt Irans Regime, nachdem der bisherige Oberste Führer Chamenei durch US-israelische Angriffe getötet wurde? Laut Insidern steht der Nachfolger bereits fest. Irans Oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei ist tot – jetzt kämpft das Regime darum, dass der repressive Machtapparat überlebt. Nach offiziellen Angaben will Teheran deshalb möglichst schnell einen Nachfolger Chameneis benennen. Die Islamische Republik werde "ihr Bestes tun", die Personalie rasch zu klären, teilte Ahmed Chatami, ein Mitglied des für die Auswahl des geistlichen Oberhauptes zuständigen Expertenrates, mit. Zugleich deutete er an, dass die Auswahl länger in Anspruch nehmen dürfte. "Wir stehen kurz vor einer Entscheidung, aber es herrschen Kriegsbedingungen", sagte Chatami im staatlichen Fernsehen. Newsblog: Alle aktuellen Entwicklungen zum Krieg in Nahost Krieg in Nahost: CIA denkt wohl über Unterstützung kurdischer Gruppen nach Unterdessen sollen nicht namentlich genannte Insider dem Exilmedium "Iran International" mitgeteilt haben, dass die Wahl längst feststehe: Der Expertenrat habe Chameneis Sohn, Modschtaba Chamenei, zum neuen Obersten Führer der Islamischen Republik Iran erklärt. Unabhängig bestätigen lässt sich dies zum jetzigen Zeitpunkt zwar nicht, jedoch wurde er bereits in der Vergangenheit als möglicher Kandidat gehandelt. Das ist über den Sohn des getöteten Repressionsführers bekannt. Modschtaba Chamenei genoss Ansehen im Schatten seines Vaters Modschtaba Chamenei hat seinen Einfluss seit Jahren ausgebaut, trat öffentlich jedoch kaum in Erscheinung. Viele Insider im Iran spekulieren, dass er im Schatten seines Vaters großen Einfluss ausgeübt hat. So soll er im Hintergrund Angelegenheiten im Büro des Revolutionsführers gesteuert haben. Wie "Iran International" berichtet, wurde seine Position oft mit der Rolle von Ahmad Khomeini verglichen, dem Sohn des Gründers der Islamischen Republik, Ruhollah Khomeini. Auch er fungierte in den ersten Jahren des revolutionären Staates als wichtiger Berater. Eric Mandel, Direktor des Middle East Political and Information Network, erklärte dem Exilmedium: "Modschtaba Chamenei agiert seit langem hinter den Kulissen in Teheran, hat enge Beziehungen zum Korps der Islamischen Revolutionsgarden aufgebaut und seinen Einfluss innerhalb der Machtstruktur des Regimes gefestigt. Er wird weithin als einer der Architekten der Unterdrückung durch das Regime angesehen." "Feindbild demokratischer Bewegungen" In der iranischen Bevölkerung wird der Sohn des getöteten Machthabers misstrauisch beäugt. Er sei seit mindestens 2009 ein "Feindbild demokratischer Bewegungen", erklärt der Autor und Iran-Analyst Arash Azizi "Iran International". Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa soll Modschtaba Chamenei während der Grünen Bewegung 2009, die nach Vorwürfen der Wahlfälschung bei der Präsidentschaftswahl entstand, eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der Proteste gespielt haben. Azizi zufolge ist Modschtaba Chamenei auch dafür bekannt, dass er in Teilen des Establishments beliebt ist. Dazu zählten beispielsweise die Anhänger von Mohammad Bagher Ghalibaf, dem Sprecher des iranischen Parlaments. Falls er gewählt wird, dürfte der 56-Jährige den kompromisslosen Kurs seines Vaters fortsetzen. Immerhin gilt er als bekannter Akteur staatlicher Unterdrückung. Gut informierten Kreisen in Teheran zufolge könnte er aber auch mit Unterstützung der mächtigen Revolutionsgarden einen Kurswechsel vornehmen, um das Land aus den Dauerkrisen zu führen. Die Vereinigten Staaten und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an. Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Mittwoch, jeder mögliche Nachfolger Chameneis werde ebenfalls zur Tötung freigegeben.