Dass der Wahlkampf in Baden-Württemberg so spannend ist, liegt auch an zwei misslungenen Auftritten von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel. Wie sehr wird ihm das schaden? Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Sonntag entscheidet sich, ob Manuel Hagel für die CDU das Ministerpräsidentenamt in Baden-Württemberg übernimmt oder Cem Özdemir für die Grünen. Vor einem halben Jahr schien dieses Rennen schon gelaufen zu sein. Hagels CDU rangierte 9 Prozent vor den Grünen mit Özdemir. Im jüngsten ZDF-Politbarometer liegen beide nun gleichauf bei 28 Prozent. Während Özdemirs Aufholjagd wurden zwei Auftritte publik, bei denen der CDU-Spitzenkandidat eine unglückliche Figur machte. Erst ging ein acht Jahre altes Video eines Fernsehinterviews viral , in dem Hagel sich seltsam angetan zeigte von jungen Mädchen, die er bei einem Schulbesuch getroffen hatte. Vor zwei Tagen geriet er erneut in die Schlagzeilen, und wieder war es ein Termin mit einer Schulklasse. Hagel konnte erst den Treibhauseffekt nicht verständlich erklären und benahm sich dann auffällig schroff gegenüber der Lehrerin. Analysen nach der Wahl am Sonntag werden möglicherweise Aufschluss darüber geben, ob die beiden Auftritte der Grund dafür waren, dass Hagels Vorsprung dahingeschmolzen ist. Der zeitliche Zusammenhang ist aber auffällig. Daraus ergibt sich die Frage: Werden Ausrutscher von Politikern im Wahlkampf überbewertet?