Gesundheit: Mehr Organspender – Zahl reicht aber nicht aus
Warten auf ein neues Leben: Mehr als 8.000 Menschen hoffen auf ein Spenderorgan, doch die Zahl der Spenden ist zu niedrig. Warum die Entscheidung oft auf den Schultern der Angehörigen lastet.
Im vergangenen Jahr haben etwas mehr Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet als noch im Vorjahr – doch weiterhin warten viele vergebens. 2025 haben in Deutschland 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mitteilt.
Dies sei zwar im Jahresvergleich ein leichter Anstieg um 3,4 Prozent. Die Spenderorgane reichten aber weiter nicht aus, um allen Patienten und Patientinnen auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen.
Rund 3.000 Organe hätten transplantiert werden können, doch auf der Warteliste stünden rund 8.200 Menschen, sagt Ana Paula Barreiros, Geschäftsführende Ärztin der Region Mitte der DSO.
Entscheidung treffen und dokumentieren
Die Entscheidung, Organe eines im Sterben liegenden Angehörigen für eine Transplantation freizugeben, kann Leben retten, fällt aber oft in einer emotionalen Ausnahmesituation.
Die Organisation ruft dazu auf, sich zu Lebzeiten mit der Frage zu beschäftigen, ob man Organe spenden will oder nicht – und dies zu dokumentieren, beispielsweise mit einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung. Andernfalls würden im Todesfall die Angehörigen mit der Frage konfrontiert, was häufig eine zusätzliche Belastung sei.
Die hessische Gesundheitsstaatssekretärin Sonja Optendrenk (CDU) unterstrich die Forderung des Bundeslandes nach einer Änderung der Gesetzeslage. Die Einführung der Widerspruchsregelung in Deutschland würde dazu beitragen, dass sich Menschen mit dem Thema auseinandersetzten. In dem Fall wäre die Organspende der Normalfall, es sei denn, man widerspricht.