Rettungsschwimmer: Badesaison: Mancherorts fehlen in Sachsen Rettungsschwimmer
Mit dem Wassertourismus wächst der Bedarf an Rettungsschwimmern in Sachsen. Warum viele Badestellen unbewacht bleiben und Kommunen zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen.
Vor dem Start in die Badesaison fehlt es an einigen Orten noch an Rettungsschwimmern. Für die Freibäder in Dresden und Chemnitz werde noch entsprechendes Personal gesucht, hieß es auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Für den Auftakt der Freibadsaison Anfang bis Mitte Mai gebe es aber keine Einschränkung. In Leipzig gibt es den Angaben zufolge ausreichend Personal, um auch kurzfristige Ausfälle zu kompensieren.
Mehr Herausforderungen durch größeren Wassertourismus
Anders sieht die Situation an den offenen Badegewässern in Sachsen aus. Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) betonte, dass durch den Ausbau des Wassertourismus im Lausitzer Seenland und des Leipziger Neuseenlandes die Aufgaben zugenommen hätten. Mit dem touristischen Wachstum steige auch die Zahl der Menschen, die die Gewässer im Freistaat zum Baden, für Wassersport oder zur Erholung nutzten, hieß es. Die Sicherheitsstruktur halte vielerorts aber nicht mit dem Wachstum der touristischen Angebote Schritt.
Demnach sind aktuell von den 35 ausgewiesenen EU-Badegewässern in Sachsen nicht einmal die Hälfte regelmäßig bewacht. Dabei zeige die Erfahrung, dass dort, wo Wasserrettungsstationen besetzt seien, auch die Sicherheit für Badegäste und Wassersportler deutlich steige.
"Würde man alle bisher unbewachten EU Badegewässer in Sachsen an den Wochenenden während der Saison und durchgehend in den Sommerferien zumindest mit einer Rettungswache planen, bräuchte es in Sachsen etwa 200 weitere Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer", sagte ein DRK-Sprecher. Derzeit verfügt die DRK Wasserwacht in Sachsen über etwa 3.500 aktive Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer.
Ungewöhnliche Suchaktion für Bademeister
Einige Kommunen haben bei der Suche nach Rettungsschwimmern ungewöhnliche Aktionen gestartet. Die Stadt Ostritz bei Görlitz wirbt um Bademeister für das Mewa-Bad mit einem fünftägigen kostenlosen Urlaub mit der Familie. Dafür müsse an zwei Tagen die Badeaufsicht im Bad übernommen werden. Nach Angaben der Stadt hätten sich drei Interessenten gemeldet, die das Angebot annehmen würden.