Berlin (dpa) - Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) setzt sich für bundeseinheitliche Verfahren bei der Altersfeststellung mutmaßlich minderjähriger Asylbewerber ein. Es sei das «gute Recht des deutschen Staates», durch ärztliche Tests zu klären, ob die Altersangaben vermeintlich minderjähriger Migranten auch medizinisch nachvollziehbar seien, sagte sie am Dienstag im ZDF-«Morgenmagazin».Hintergrund der aktuellen Diskussion ist die Bluttat eines jungen Afghanen in Rheinland-Pfalz vor einigen Tagen. Der angeblich 15-Jährige hatte im Ort Kandel ein Mädchen erstochen - allerdings bestehen Zweifel am wahren Alter des Flüchtlings.Kramp-Karrenbauer verwies auf positive Erfahrungen mit ärztlichen Untersuchungen zur Altersfeststellung in ihrem Bundesland. Im Saarland müssten sich minderjährige Flüchtlinge, bei denen Zweifel über das wahre Alter bestünden, seit 2016 einer Altersprüfung etwa anhand der Handknochen unterziehen. Bei 35 Prozent dieser Fälle sei festgestellt worden, dass es sich um Volljährige und nicht um Jugendliche handele.Kritiker der medizinischen Altersprüfungen argumentieren unter anderem, dass man das Alter von Menschen durch solche Untersuchungen allenfalls grob schätzen, aber nicht mit Sicherheit benennen könne. Dass man die Geburtsdaten von Menschen über diesen Weg «nicht auf den Tag genau festlegen» könne, sei klar, sagte Kramp-Karrenbauer.