Oile statt Eule, Afl statt Apfel oder Färt statt Pferd. Nur drei von zahllosen Beispielen, die Eltern von Grundschulkindern seit Jahren an der Methode „Lesen durch Schreiben“ – im Volksmund auch „Schreiben nach Gehör“ – verzweifeln lassen. Wer in den ersten Schuljahren seines Kindes darunter gelitten hat, dass aus dem Vater ein Fata wurde und das Kind lip statt lieb schrieb, der braucht keine Studie eines Psychologenteams, um zu wissen, dass diese Methode zumindest in Reinform nicht taugt. Zumal das Ziel der Methode, die Kinder zum Schreiben zu ermuntern und durch strenge Korrekturen nicht zu demotivieren, keineswegs aufgeht: Jedenfalls lässt sich an der Eltern-Basis nicht feststellen, dass Kinder, die Zan statt Zahn schreiben durften, längere und bessere Aufsätze schrieben als andere, die von ihren Lehrern oder Eltern verbessert wurden. Im Gegenteil.