Die "Bravehearts" haben mit einem Außenseiter zeitweise große Mühe. Eine Szene führt die Entscheidung herbei. Eine über 35-jährige Durststrecke ist beendet: Schottland hat zum WM-Auftakt Außenseiter Haiti knapp mit 1:0 (1:0) geschlagen und damit den ersten Sieg seit der WM 1990 feiern können. Stolper-Start: Superstar rettet Brasilien vor Auftaktpleite Bei WM-Spiel im Stadion: New Yorks Bürgermeister trägt ungewöhnliches Trikot John McGinn (28.) erzielte in der Nacht zum Sonntag deutscher Zeit das Tor des Spiels in Boston. Dabei hielt Fußball-Zwerg Haiti über weite Strecken gut mit, erarbeitete sich auch Chancen – war im Abschluss aber ohne Fortune und feierte kein gelungenes Comeback mehr als ein halbes Jahrhundert nach der WM-Premiere 1974. Das Team aus dem krisengeplagten Karibikstaat, das aufgrund einer US-Einreisesperre ohne heimische Fans auskommen muss, trifft nun auf Brasilien. Schottland machte als Tabellenführer der Gruppe C einen großen Schritt zum Debüt in der K.-o.-Phase und darf gegen Marokko erneut im Football-Tempel der New England Patriots auf seine frenetischen Fans bauen. So lief das Spiel Schon bei der schottischen Hymne vibrierte die Arena, in der auch Edelfan Rod Stewart mitfieberte. Nach Medienangaben hatten rund 30.000 Anhänger, viele davon in Schottenröcken und Trikots, Boston bereits in den vergangenen Tagen in eine Partyzone mit Dudelsackklängen verwandelt. Der Schlachtruf "No Scotland, no Party" schallte auch vor Anpfiff aus zahllosen knallgelben Schulbussen, die die Fans für die Fahrt ins Stadion gemietet hatten. Mit diesem Rückenwind starteten die Schotten besser in die Partie, leisteten sich dann aber zunehmend nervöse Momente und ließen den auf Umschaltsituationen lauernden Gegner immer wieder gefährlich werden. Phasenweise ging es wild zu, Scott McTominay (17.) hatte bei seinem Pfostenschuss aus 15 Metern die schottische Führung auf dem Fuß. Dann hatten die Haitianer großes Pech, als McGinns abgefälschter Nachschuss von Jean-Ricner Bellegarde unhaltbar abgefälscht wurde. Trotz der Führung im Rücken blieben die Schotten defensiv anfällig. Der Underdog aus Haiti, bei dem Josué Duverger vom Oberligisten FC Kosmos Koblenz als Ersatzkeeper auf der Bank saß, antwortete mit der nächsten Druckphase. Doch die Schotten überstanden auch diese, über ein Remis zur Halbzeit hätte sich der Favorit nicht beschweren können. Die Ansprache des schottischen Nationalcoachs Steve Clarke schien zu fruchten, nach der Pause wirkte sein Team stabiler. Die Begegnung verlor auch spürbar an Tempo; aber gegen Ende drehte Haiti nochmal auf. Doch nachdem McGinn (73.) eine gute Chance zum zweiten Treffer ausließ, verpasste Haitis Wilson Isidor (74.) nur haarscharf den Ausgleich. In der Schlussphase köpfte Frantzdy Pierrot (85.) knapp daneben.