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Fußball-WM: Vergewaltigung? Vorwürfe gegen Kap-Verde-Kapitän Mendes

Mit dem Einzug in die K.-o.-Runde schreibt Kap Verde aktuell das Märchen der bisherigen WM. Doch nun überschatten schwere Vorwürfe den sportlichen Erfolg. Die neuseeländische Polizei ermittelt offenbar wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Kapitän der kapverdischen Nationalmannschaft , Ryan Mendes. Das berichtet der brasilianische Nachrichtensender Globo. Demnach soll sich der Vorfall am 27. März während einer Testspielreise Kap Verdes ins neuseeländische Auckland ereignet haben. Eine Brasilianerin, die in Neuseeland lebe und während der Testspiele als Übersetzerin für die Mannschaft gearbeitet habe (die Landessprache Brasiliens und Kap Verdes ist Portugiesisch), gebe an, im Mannschaftshotel von Mendes vergewaltigt worden zu sein. "Ergebnis jahrelanger Fehlentwicklungen": Ex-DFB-Mitarbeiter mit scharfer Kritik Rassismusvorwürfe: Gerald Asamoah äußert sich zu Schweinsteiger-Debatte Sie sei nach dem ersten Testspiel Kap Verdes gegen Chile in einen der für die Mannschaft reservierten Räume im Teamhotel gerufen worden und dort in der Annahme erschienen, als Übersetzerin gebraucht zu werden. Als sie jedoch festgestellt habe, dass es sich um einen geselligen Abend gehandelt habe, sei sie auf ihr Zimmer zurückgekehrt. Kurze Zeit später habe es an ihrer Zimmertür geklopft. Erneut habe sie in der Erwartung geöffnet, beruflich gebraucht zu werden. Jedoch habe Mendes vor der Tür gestanden, sie mit Würgegriffen, Schlägen und Bissen attackiert sowie vergewaltigt. Unmittelbar nach dem Vorfall machte die Brasilianerin dem Bericht zufolge Fotos von sichtbaren Verletzungen wie Schnittwunden am Mund sowie Blutergüssen an Hals, Bein und an der Seite ihres Körpers. Die Bilder liegen der Globo-Redaktion vor. Eines der Bilder wurde mit dem Bericht auch veröffentlicht. Medizinische Untersuchungen Nach der Aufnahme der Bilder begab sich die Frau Globo zufolge in eine Klinik, die Überlebenden sexualisierter Gewalt hilft. Dort sei eine gerichtsmedizinische Untersuchung erfolgt, bei der zahlreiche Blutergüsse, druckempfindliche Stellen an Kopfhaut und Gesäß sowie Läsionen im Intimbereich festgestellt worden seien. Daraufhin habe die Frau Anzeige bei der Polizei erstattet und sei auf der Polizeistation noch einmal forensisch untersucht worden. Die neuseeländische Polizei bestätigte Globo, dass eine Anzeige untersucht werde, die im Zentrum von Auckland gestellt worden sei. Aus Datenschutzgründen nannte sie den Namen des Beschuldigten aber nicht. Laut Globo sichtet die Polizei aktuell Aufnahmen der Überwachungskameras im Teamhotel und die kriminaltechnischen Untersuchungen. Danach werde darüber entschieden, ob die Anzeige an die Justiz weitergeleitet werde. Zudem hätten die Frau und ihr Ehemann außergerichtliche Mitteilungen an den kapverdischen Fußballverband und die Fifa gesendet, die den Sachverhalt, Beweise und die Forderung nach Sanktionen enthielten sowie den Ausschluss des Spielers von der Weltmeisterschaft forderten. Nach Angaben des Paars seien diese aber bislang unbeantwortet geblieben. Der neuseeländische Fußballverband äußerte sich auf Anfrage von Globo nur knapp zu den Vorwürfen. "Wir gehen davon aus, dass diese Angelegenheit bei der neuseeländischen Polizei liegt, daher wäre diese besser geeignet, sich zu der Situation zu äußern", heißt es in der Mitteilung. Der kapverdische Fußballverband und die Spielerseite äußerten sich auf Anfrage nicht. Fifa äußert sich spät Auch die Fifa wollte sich auf Anfrage des Nachrichtensenders zunächst nicht äußern, gab nach Veröffentlichung des Berichts jedoch eine ausführlichere Stellungnahme heraus. Darin heißt es: "Die Fifa nimmt jeden Vorwurf von Fehlverhalten äußerst ernst und verfügt über ein klares Verfahren für alle Personen im Fußball, die einen Vorfall melden möchten." Und weiter: "Generell ist es wichtig zu verstehen, dass unabhängige Justizbehörden keine Stellung zu Vorwürfen nehmen, die ihnen möglicherweise vorliegen oder auch nicht, und auch nicht dazu, ob Ermittlungen zu den behaupteten Fällen laufen oder nicht. Alle Informationen, die Sie weitergeben möchten, werden nach Ihrem Ermessen bekannt gegeben. Die Fifa steht in Kontakt mit den neuseeländischen Behörden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Kommentare abgeben können." Der 36-jährige Mendes spielte zuletzt bei Igdir FK in der zweiten türkischen Liga. Mit Kap Verde schaffte er bei der Weltmeisterschaft überraschend den Einzug in die K.-o.-Runde und trifft dort im Sechzehntelfinale am kommenden Samstag um 0 Uhr auf Titelverteidiger Argentinien. Im Falle einer Verurteilung wegen sexualisierter Gewalt droht ihm in Neuseeland dem Bericht zufolge eine Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren.

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