Viele Banken locken momemtan mit hohen Tagesgeldzinsen, häufig gelten diese jedoch nur wenige Monate. Doch zwischen den einzelnen Banken gibt es große Unterschiede. Der Markt für Tagesgeldzinsen ist in den vergangenen Monaten deutlich in Bewegung geraten. Die gestiegenen Leitzinsen der Europäischen Zentralbank sind dafür jedoch nur zweitrangig. Es ist vor allem der Konkurrenzkampf der Banken, der die Tagesgeldzinsen mittlerweile auf teils vier Prozent und höher getrieben hat. "Wer heute als Bank neue Einlagen oder neue Kunden einsammeln will, muss deutlich tiefer in die Zinstrickkiste greifen als noch vor wenigen Jahren", schreibt die Unternehmensberatung Barkow Consulting. Der größte Trick im Repertoire: hohe Aktionszinsen. Diese werden allerdings in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum gewährt. Nach Ablauf der Aktionszinsfrist wird den Kunden nur noch ein deutlich niedriger Zins gezahlt, der zudem nicht garantiert ist. Im Gegenteil: Die Bank kann diesen jederzeit unangekündigt anpassen. Die Nachteile vom exzessiven Zinshopping Kunden können dies zum einen durch das sogenannte Zinshopping vermeiden. Dabei wird das Geld nach Ablauf des jeweiligen Aktionszeitraums zu einem anderen Anbieter mit attraktiven Neukundenzinsen transferiert. Nicht jeder hat aber Lust, sich alle drei Monate erneut nach einem neuen Konto für sein Tagesgeld umzusehen. Zudem verlangen manche Anbieter die Eröffnung eines Referenz-Girokontos. Das erhöht den organisatorischen Aufwand und kann sogar Auswirkungen auf den Schufa-Score haben. Alternativ können sich Sparer auch Tagesgeldanbieter mit einem möglichst langen Aktionszeitraum suchen. Wie bei der Höhe der Zinsen gibt es auch bei den jeweiligen Zeiträumen große Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Sparda Bank garantiert Zinsen bis Mitte Februar Einen der längsten Aktionszeiträume gewährt derzeit die Sparda Bank West. Diese garantiert einen Zins von 3,2 Prozent pro Jahr bis zum 15. Februar 2027 – also fast sieben Monate lang. Auch wenn andere Banken momentan Zinsen von vier Prozent aufs Tagesgeld zahlen, garantieren sie diesen Zinssatz meist deutlich kürzer. Allerdings hat das Angebot der Sparda Bank West einen Haken. Nach dem Ende der Aktion werden nur noch die regulären Zinsen gezahlt. Diese sind mit derzeit 0,75 bis 0,9 Prozent pro Jahr vergleichsweise niedrig. Bank Zinssatz Zeitraum Big Bank 4,05 % 4 Monate Chase 4,00 % 4 Monate Norisbank 4,00 % Bis 31.12.2026 Crédit Agricole 4,00 % (bis 10.000 Euro) Bis 31.1.2027 Advanzia 3,97 % 3 Monate Stellantis 3,52 % 3 Monate BBVA 3,50 % 6 Monate Consorsbank 3,40 % 5 Monate Ikano Bank 3,36 % 3 Monate Distingo Bank 3,30 % 3 Monate Suresse Direkt Bank 3,27 % 4 Monate Bank of Scotland 3,25 % 3 Monate Sparda Bank West 3,20 % Bis 15.02.2027 Fast genauso lang ist der Aktionszeitraum der Crédit Agricole aus Frankreich . Diese gewährt ihre Aktionszinsen bis Ende Januar 2027. Mit 4,0 Prozent liegt der garantierte Aktionszins zudem deutlich höher als bei der Sparda Bank. Doch auch hier sollten Anleger genau hinschauen: Das Angebot gilt nämlich nur für Anlagebeträge bis zu 10.000 Euro, zudem muss ein Girokonto bei der Bank eröffnet werden. Noch länger ist der Aktionszeitraum der Commerzbank mit zwölf Monaten. Mit einem Zinssatz von 2,25 Prozent liegt dieser jedoch deutlich unter den Zinsen anderer Anbieter. Zudem bringt das Angebot einen weiteren Haken mit sich: Der Zinssatz ist nicht garantiert, sondern variabel – die Bank kann diesen also jederzeit anpassen. Worauf Sparer achten sollten Sparer sollten bei der Wahl ihrer Geldanlage folglich genau schauen, welche Bank am besten zu ihnen passt. Entscheidend ist dabei nicht der Zinssatz allein, sondern dessen Zusammenspiel mit Zeitraum, der Art der Verzinsung (monatlich, vierteljährlich, jährlich) dem anlegbaren Höchstbetrag und der Einlagensicherung. Das gilt auch für Sparer, die dem ständigen Zinshopping eher skeptisch gegenüberstehen.