Er feierte einen Traumeinstand für Manchester City – und könnte auch im DFB-Trikot eine große Zukunft haben. Sein Nachname ist deutschen Fußballfans bestens bekannt. Floyd Samba rieb sich verwundert die Augen. "So ein Debüt", sagte der 17-Jährige nach seinem Doppelpack im ersten Profispiel für Manchester City , "ist einfach umwerfend. Ich konnte es kaum glauben". Doch seine beiden Treffer beim 5:0 (2:0) im Ligapokal gegen den Zweitligisten Norwich City, fügte er selbstbewusst an, seien "erst der Anfang, ich habe eine große Karriere vor mir". Das glauben auch die Experten auf der Insel – und beim Deutschen Fußball-Bund. Der Teenager ist für das anstehende Fünf-Nationen-Turnier in Spanien (22.9. bis 4.10.) erstmals für die deutsche U19-Nationalmannschaft nominiert – ein Coup, denn Samba hat bereits für die englische U17 und U16 gespielt. Auch für Frankreichs U16 war er bereits nominiert, kam aber nicht zum Einsatz. Kader der deutschen U21: Sieben Debütanten – Bayern-Profi doppelt nominiert Er entschied sich für Deutschland: DFB-Nominierung von Frankfurt-Profi ärgert Marokko Denn Samba hat einen besonderen familiären Hintergrund: Er ist der Sohn des früheren Bundesliga-Profis Christopher Samba und einer Deutschen. Der in Frankreich geborene Mittelfeldspieler war 2004 aus Sedan zu Hertha BSC gewechselt, kam bei den Berlinern erst in der zweiten Mannschaft, dann auch bei den Profis zum Einsatz. Bis 2007 kam er auf 20 Bundesligaspiele für die Hertha, wechselte dann zu den Blackburn Rovers nach England – und entwickelte sich dort zum gestandenen Premier-League-Profi. Auf Nationalmannschaftsebene wiederum lief Samba für die Republik Kongo auf, kam zwischen 2004 und 2013 auf 26 Länderspiele. Nach weiteren Stationen in Russland und Griechenland beendete Samba 2018 bei Aston Villa seine Profikarriere. "Samba stiehlt allen die Show" Sohn Floyd Samba kam indes bereits als Jugendspieler zu Manchester City – ebenso wie sein ein gutes Jahr älterer Bruder Tyrone. Während der Angreifer noch auf sein Profidebüt für die Mannschaft von Trainer Enzo Maresca wartet, feierte Floyd nun seinen Einstand bei den "Großen" – und schlug direkt ein. Überraschend ist der Auftritt aber nicht unbedingt: Für City, wo er bereits seit der U9 spielt, hat Floyd Samba in seiner ersten Saison bei der U18 im vergangenen Jahr 24 Tore erzielt und zehn weitere vorbereitet. Sein Freistoßtreffer entschied im Mai das Juniorenfinale im FA Cup gegen Stadtrivale United (2:1) mit. "Er ist jung, voller Energie und stark", sagte Maresca am Donnerstagabend über den Debütanten. "Er kann selbst abschließen oder Mitspieler in Szene setzen. Ich bin zufrieden. Hoffentlich können wir ihm mehr Chancen geben." Auch die englische Presse war begeistert. Der Guardian schwärmte vom "Teenage Star", die "Daily Mail" schrieb: "Ein neuer Star ist geboren." Die BBC berichtete: "Samba stiehlt allen die Show." Und das, obwohl der Mittelfeldspieler in ungewohnter Rolle als Mittelstürmer aufgeboten worden war. "Das haben wir erst in den letzten zwei oder drei Tagen ausprobiert. Er ist sicher kein klassischer Neuner, aber er hat seine Sache gut gemacht", sagte Trainer Maresca. Nun wird Floyd Samba wohl auch zum ersten Mal im deutschen Trikot auflaufen. Ob er sich letztlich aber wirklich für eine Zukunft im DFB-Trikot entscheidet, ist noch unklar.