Bildung: Hessen will Referendariat verkürzen – GEW warnt vor Folgen
Die GEW Hessen kritisiert Pläne der Landesregierung, den Vorbereitungsdienst zu verkürzen. Mit Verweis auf die PISA-Studie und den Lehrkräftemangel warnt sie vor zusätzlichen Problemen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen hat geplante Reformen in der hessischen Lehrkräfteausbildung kritisiert. „Die Pisa-Studien zeigen, dass Grundschülerinnen und Grundschüler in Deutschland nicht ausreichend Sicherheit im Lesen, Rechnen und Schreiben erlangen“, sagte Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen. Es bestehe ein großer Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und Einkommen der Eltern und den Schülererfolgen.
Besonders in Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sei die Situation aufgrund von Lehrkräftemangel und unzureichender Ausbildung problematisch. „Und in dieser Situation will man weiter an der Lehrkräfteausbildung kürzen. Das ist das völlig falsche Signal.“
Landesregierung plant Verkürzung von Referendariat
Hintergrund sind Reformpläne der schwarz-roten Landesregierung. Diese will den Vorbereitungsdienst für angehende Lehrkräfte von bisher 21 auf 18 Monate verkürzen, um den Berufseinstieg zu beschleunigen. Gegen die Pläne hatten rund 300 Referendare, Ausbilder und Unterstützer am Samstag in Marburg demonstriert.
„Kürzungen im hessischen Bildungssystem darf es nicht geben“, forderte Hartmann. „Der Kultusminister muss aufhören, sich an einzelnen Kennzahlen festzubeißen, sondern muss akzeptieren, dass es ein übergreifendes Problem gibt und muss mit den Schulen ins Gespräch kommen, wie wir gute Bildung für alle Schülerinnen und Schüler in Hessen tatsächlich herstellen können.“