Spannung bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Die AfD liegt in ersten Hochrechnungen vorn. Die CDU bangt um den Einzug in den Schweriner Landtag. Die AfD liegt in Hochrechnungen für die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern auf dem ersten Platz. Das geht aus Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF hervor, die um 21.05 Uhr veröffentlicht wurden. Die in Teilen rechtsextreme Partei kann demnach 37,9 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. Die bislang regierende SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig liegt in der Hochrechnung mit 35,7 Prozent auf Platz zwei. Dahinter rangiert die Linkspartei mit 6,5 Prozent. Auf Rang vier landen die Grünen bei 5,6 Prozent der Wählerstimmen. Die CDU rutscht in der neuen Hochrechnung auf 5 Prozent ab. Die Christdemokraten müssen wie das BSW (4,9 Prozent) weiterhin um den Einzug in den Schweriner Landtag bangen. Wahl in Berlin : Linke auch in erster Hochrechnung deutlich vor der CDU "Deutschland ist reformfähig": Grundsatzrede von Kanzler Merz nach Landtagswahlen Ähnlich gestaltet sich die Situation in der Hochrechnung von Infratest dimap für die ARD von 19.57 Uhr. Demnach kommt die AfD auf 37,9 Prozent der Wählerstimmen. Die SPD liegt mit 35,7 Prozent dahinter. Die Linke kommt demzufolge auf 6,7 Prozent, dahinter folgen die Grünen mit 5,4 Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut sieht außerdem die CDU mit 5 Prozent knapp im Landtag. Das BSW könnte laut Infratest dimap hingegen mit 4,9 Prozent den ersten Einzug in das Landesparlament verpassen. Hochrechnung: Rot-Rot-Grün in Schwerin möglich, aber unsicher Den Prognosen zufolge kann je nach Einzug kleinerer Parteien die AfD mit 27 bis 30 Mandaten im neuen Landtag rechnen, während auf die SPD 26 bis 28 Sitze entfallen. Die Linke kommt auf fünf bis sechs Mandate vor CDU, Grünen und BSW mit je vier Sitzen. Die Koalitionsoptionen sind damit noch weitgehend unklar. Am wahrscheinlichsten erscheint derzeit ein Dreierbündnis aus SPD, Linken und Grünen. Dabei kommt es jedoch darauf an, ob das BSW den Einzug in den Schweriner Landtag schafft. Alle Parteien hatte vor den Wahlen ein Bündnis mit der AfD ausgeschlossen. Die Wahlbeteiligung lag laut ZDF bei 78 Prozent – nach 70,8 Prozent im Jahr 2021. SPD-Landesminister Backhaus: "Ich erlebe gerade etwas, das ich so noch nie erlebt habe" Kippt die Brandmauer in MV? "Das hätte ich mir früher nie vorstellen können" AfD-Spitzenkandidat Holm: "Wir werden alle Parteien einladen" AfD-Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm sieht seine Partei als Wahlsiegerin. "Wir haben hier den Regierungsauftrag", sagt Holm in der ARD und räumt ein: "Ich weiß, dass es schwer ist, die Regierung zusammenzuschnüren – aber wir werden alle Parteien einladen." Er erwarte Gesprächsbereitschaft von den anderen Parteien. Bislang hatten alle Parteien ein Bündnis mit der AfD ausgeschlossen. Die amtierende Ministerpräsidentin und SPD-Landeschefin Manuela Schwesig sprach von der "schwersten Landtagswahl". Ihre Partei habe den Kampf gegen die in Teilen rechtsextreme AfD jedoch angenommen. CDU-Landeschef Daniel Peters zeigte sich überzeugt, dass seine Partei auch im neuen Landtag eine Rolle spielen werde. "Dieses Land braucht die CDU", sagte er vor Anhängern seiner Partei in Schwerin . Er sei stolz auf die Wahlkämpfer, die sich unter miserablen Rahmenbedingungen für die CDU eingesetzt hätten. "Deswegen gilt euch unser Dank in dieser sehr, sehr schweren Stunde." Peters sagte weiter: "Wir führen hier einen Überlebenskampf und deshalb wird das hier ein sehr langer Wahlabend." Merz spricht von "Desaster" Die Bundesregierung aus Union und SPD dürfte angesichts der Zahlen unter Druck bleiben. Das Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen, begleitet von einem haushohen AfD-Sieg, hatte Merz zuletzt in die Enge getrieben. Tagelang wurde auch in der Union spekuliert, ob er sich als Kanzler halten kann. Merz trat kurz nach Bekanntgabe der Prognosen im Berliner Konrad-Adenauer-Haus vor die Kameras. Mit Blick auf das schwache Ergebnis seiner Partei nannte er den Wahlausgang in Mecklenburg-Vorpommern ein "Desaster". Trotz der schlechten Ergebnisse seiner Partei will er im Amt bleiben und den eingeschlagenen Reformkurs seiner schwarz-roten Regierung fortsetzen. "Ich möchte unser Land voranbringen", sagte der CDU-Vorsitzende kurz nach 18 Uhr in Berlin. "Die Reformen müssen kommen."