USA: Todeskandidatin Christa Pike: Gouverneur lehnt Gnadengesuch vor Hinrichtung ab
Christa Pike soll am Mittwoch für einen grausamen Mord hingerichtet werden, den sie 1995 begangen hat. Ihre Anwälte reichten ein Gnadengesuch ein. Doch das wurde jetzt abgelehnt.
Ihre Anwälte kämpfen bis zuletzt gegen ihre Hinrichtung. Doch der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, lehnte ein Gnadengesuch von Christa Pike ab. „Nach sorgfältiger Prüfung des Gnadengesuchs von Christa Gail Pike und nach eingehender Überprüfung des Falles bestätige ich das Urteil des Staates Tennessee und beabsichtige nicht, einzugreifen“, erklärte er in einer Stellungnahme am Montagnachmittag (Ortszeit), wie mehrere US-Medien berichten. Am Mittwoch soll die Todesstrafe gegen die 50-Jährige vollzogen werden.
Pikes Anwälte hatten das Gnadengesuch am 2. September eingereicht. Es umfasst 226 Seiten. Darin beschreiben sie detailliert Pikes traumatische Kindheit, in der diese bereits ab dem Alter von zwei Jahren schwerste körperliche und sexuelle Gewalt durch Männer erlebte. Mit elf Jahren sei sie von einem Nachbarn vergewaltigt worden und mit 17 Jahren erneut Opfer einer Vergewaltigung geworden. Das sei auch ein Grund, warum Pike – die zuvor darum bat, stranguliert zu werden – lieber von einem ausschließlich weiblichen Exekutionsteam hingerichtet werden möchte. Auch Experten der Vereinten Nationen fordern einen Stopp der Hinrichtung. Zudem wurde am 25. September beim Supreme Court ein Aufschub der Hinrichtung beantragt. Eine Entscheidung steht noch aus.
Christa Pike folterte eine 19-Jährige zu Tode
1995 hatte sie als 18-Jährige zusammen mit zwei weiteren Teenagern eine 19-Jährige in einem abgelegenen Gebiet in Knoxville, nahe der University of Tennessee, grausam zu Tode gefoltert. Pike ist die Einzige der drei Tatbeteiligten, die zum Tode verurteilt wurde. Ihr damaliger Freund war zum Zeitpunkt der Tat 17. Er wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Die Verurteilte ist nach Angaben der offiziellen Website der Regierung von Tennessee die einzige Frau, die derzeit im Todestrakt des US-Bundesstaates sitzt. Sollte ihre Hinrichtung wie geplant am 30. September 2026 stattfinden, wäre es laut der Forschungseinrichtung „Cornell Center on the Death Penalty Worldwide“ das erste Mal seit 1819, dass in Tennessee eine Frau hingerichtet wird.
Quellen:BBC, Washington Post, Nachrichtenagentur DPA