Wen möchte ich bedenken? Was soll bleiben von dem, was mir am Herzen liegt? Den letzten Willen niederzuschreiben, bedeutet, sich mit sehr persönlichen Fragen auseinanderzusetzen. Der interaktive Testamentsplaner und Vorträge zum Thema geben eine erste Orientierung. Wenn wir Menschen in unserem Testament bedenken, so wollen wir sie damit ein Stück in die Zukunft begleiten und ihnen Wege ebnen. Mit Wohlwollen im Herzen geben wir weiter, was wir uns erarbeitet haben und was uns geschenkt wurde: ein Haus, Sparvermögen, ein Stück Land, ein Erbstück, das sich schon seit Generationen im Besitz der Familie befindet – all das soll in gute Hände gelangen. Wer über seinen Nachlass nachdenkt, blickt aber auch auf das eigene Leben: auf Beziehungen, auf Erfahrungen und auf Werte, die das eigene Leben geprägt haben. Dazu gehören Gerechtigkeit, Solidarität oder der Blick über den Tellerrand. Um seine Gedanken als letzten Willen zu verfassen, braucht es Zeit. Zu den persönlichen Überlegungen kommen praktische Fragen: Wie schreibe ich ein Testament? Welche Möglichkeiten habe ich, meinen Nachlass zu gestalten? Und wo finde ich verständliche Informationen dazu? Als erste Orientierung kann der interaktive Testamentsplaner von Misereor behilflich sein. Diesen können Sie sich einfach runterladen und Schritt für Schritt ausfüllen, um Klarheit zu bekommen, was zu Ihrem Besitz gehört und wen Sie bedenken möchten. So können Sie unverbindlich in das Thema einsteigen und Ihre Gedanken in Ruhe sortieren. Was vom eigenen Engagement bleiben kann Auch wer keine Kinder hat oder allein lebt, pflegt wertvolle Beziehungen und hat Werte, die man in guten Händen wissen möchte. Wünsche, die ihm wichtig sind. Bei der Nachlassplanung spielen diese eine ebenso große Rolle. Die eigenen Vorstellungen zu ordnen und sich über die Möglichkeiten zu informieren, hilft, den nächsten Schritt zu gehen. Wer Menschen unterstützen möchte, die von Armut, Hunger und Ausgrenzung betroffen sind, kann beispielsweise das katholische Hilfswerk Misereor mit einem Vermächtnis bedenken. Anderen Mut machen Wie eng dieser Wunsch mit dem eigenen Leben verbunden sein kann, zeigt die Geschichte von Renate Rott. Gerechtigkeit war ihr Lebensthema. Als Flüchtlingskind aus Karlsbad hatte sie selbst Entwurzelung erlebt und musste sich in der neuen Heimat durchkämpfen. Prägend für ihr Leben wurden ihre Reisen als junge Frau in den 1960er Jahren nach Lateinamerika. Die dort herrschende Ungleichheit, die indigene Menschen erfuhren, erschütterte sie zutiefst. Das Erlebte weckte in ihr den Wunsch, die Unterdrückung in Lateinamerika näher zu erforschen und sich für Frauenrechte einzusetzen. Als Soziologieprofessorin gründete sie den Fachbereich für Lateinamerikastudien an der Humboldt-Universität und setzte neue Maßstäbe. Ihre Kollegin und Freundin Marianne Braig erinnert sich: "Ihr eigentliches Vermächtnis, wenn man so will, ist der Mut, für etwas einzustehen und anderen Mut zu machen." Renate Rott steht für eine gebildete und unabhängige Nachkriegsgeneration von Frauen, die ihren Einfluss und ihren Nachlass nutzen, um Ideen von Fairness und Gerechtigkeit weiterleben zu lassen. Die sogenannte 68er-Generation war Wegbereiterin der Emanzipation; diesen Frauen eröffneten sich neue Möglichkeiten im Berufsleben. Mehr Frauen strebten an die Universitäten und erlangten mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit. Frau Rott hat die Menschen in Lateinamerika an den Früchten ihres Lebens über ihre eigene Zeit hinaus großzügig teilhaben lassen. Verständliche Informationen für die ersten Schritte Misereor bietet im Rahmen der Erbschaftsinitiative der katholischen Hilfswerke zwei kostenlose Online-Veranstaltungen an. Die Vorträge informieren über grundlegende rechtliche Aspekte der Nachlassregelung. Auch die Möglichkeiten des gemeinnützigen Vererbens kommen zur Sprache. Wer sich mit dem eigenen Testament beschäftigen möchte, muss noch keine konkreten Pläne haben. Katrin Heidbüchel von Misereor steht für persönliche Gespräche zur Verfügung, die Orientierung geben. Gemeinsam mit Interessierten richtet sie den Blick auf Fragen wie: Was ist Ihnen im Leben wichtig? Welche Werte sollen auch in Zukunft weiterwirken? Möchten Sie neben Ihrer Familie und Ihren Freunden auch Menschen bedenken, die von Armut, Hunger und Ausgrenzung betroffen sind? Mit einem Testament zugunsten von Misereor können Sie eine Brücke schlagen zwischen den Werten, die Ihr Leben prägen, und einer Zukunft mit menschlicherem Antlitz. Die Inhalte auf dieser Seite wurden von der Ströer Content Group Sales GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor e. V., Mozartstraße 9, 52064 Aachen erstellt.