Demo für Transmenschen: Hunderte Teilnehmer bei Demo „Hände weg von Trans Leben!“
Nach Durchsuchungen im queeren Zentrum „Casa Kuà“ gehen Hunderte in Kreuzberg auf die Straße. Was die Demonstrierenden für Transmenschen fordern.
In Solidarität mit dem Projekt „Casa Kuà“ und der Gruppe The Dolls demonstrieren Hunderte in Kreuzberg für einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung für Transmenschen. Nach Polizeiangaben versammelten sich 500 Menschen am Mariannenplatz unter dem Motto „Hände weg von Trans Leben!“.
Im Projekt „Casa Kuà“, einem Zentrum für queere Menschen, das unter anderem Beratung für Transmenschen anbietet, hatte es am Sonntag vergangener Woche Durchsuchungen gegeben. Die transfeminine Gruppe The Dolls trifft sich dort sonntags. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach Angaben eines Behördensprechers wegen des Verdachts des illegalen Handels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Es soll um Hormonpräparate für Transmenschen gehen. Die Polizei sicherte verschreibungspflichtige Medikamente und Betäubungsmittel, Datenträger sowie Bargeld im vierstelligen Bereich, wie es hieß.
Gesundheitsversorgung queerer Menschen
„Casa Kuà“ setzt sich für einen aus seiner Sicht besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung für transgeschlechtliche, intergeschlechtliche, nicht-binäre und queere Menschen ein. Nach eigener Darstellung sieht das Projekt das deutsche Gesundheitssystem als diskriminierend an und möchte traditionelle und konventionelle Behandlungen zusammenbringen.
Nach den Durchsuchungen hatte es Protest gegeben. Maik Brückner, queerpolitischer Sprecher der Linke-Fraktion im Bundestag, nannte den Vorgang „beschämend“ und forderte Aufklärung. „Die Bundesregierung kommt nicht damit voran, eine Regelungslücke zu schließen, die es trans Personen derzeit erschwert, Hormonpräparate für ihre Transition in Arztpraxen zu erhalten und die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet zu bekommen“, erklärte Brückner.
Kritik kam auch vom Bundesverband Trans*: „Die Razzia ist ein alarmierendes Zeichen dafür, wie selbstorganisierte Gesundheitsversorgung kriminalisiert wird, während das reguläre Versorgungssystem trans* und nicht-binäre Menschen zunehmend im Stich lässt.“