Niemand sollte sich aus öffentlichen Debatten heraushalten, meint Hans Sigl. Der "Bergdoktor"-Darsteller verrät außerdem, wie er selbst mit Kritikern umgeht. Seit fast 20 Jahren spielt Hans Sigl im ZDF den empathischen "Bergdoktor". Im Gespräch mit dem Magazin "Stern" erklärt der Österreicher, warum auch Schauspieler Haltung zeigen sollten. Er halte viel davon, wenn auch Schauspieler zu gesellschaftlichen und politischen Fragen Stellung bezögen, sagte er. Sigl ist der Meinung: "Jeder Mensch muss politisch sein. Ich finde es schlimm, wenn Menschen sich gar nicht äußern wollen." Der 57-Jährige erzählte aus einer seiner Podcast-Folgen, in der Fernsehmoderatorin Katja Burkard und er gesagt haben: "Wir wollen nicht politisch werden, gehen aber von einer bunten, vielfältigen, toleranten Gesellschaft aus." Daraufhin habe es eine Meldung in einem rechten Nachrichtenportal gegeben. "Dass es offenbar schon provoziert, wenn man so etwas sagt, finde ich befremdlich", sagte Sigl. Hans Sigl: "Es gibt natürlich auch Grenzen" Mit Kritik an seiner Person oder Einstellung geht Sigl nach eigenen Worten differenziert um. Wenn es heiße "Der linksgrünversiffte Schauspieler soll die Fresse halten!" oder "Wir kriegen dich!", antworte er: "Warum so grantig?" Werde er weiter beschimpft, blockiere er den Absender. "Es gibt natürlich auch Grenzen. Wenn die überschritten werden, muss man einen Anwalt einschalten." Manchmal passiert es auch, dass er Kritiker zum Umdenken bewegt. Sigl ist Unterstützer von "Sea-Eye". Jemand habe ihm geschrieben: "Da ist er wieder, der staatlich bezahlte Schlepper." Daraufhin habe er geantwortet: "Wünschen Sie Menschen wirklich den Tod?" Die Reaktion ließ etwas auf sich warten, dann bat die Person um Verzeihung – sie habe nachgelesen und unterstütze die Seenotrettung nun auch. "Dieses eine Prozentchen ist immer der Grund, weiterzumachen", sagte der Schauspieler und Podcaster.