US-Präsident Trump setzt auf eine harte Linie in der Migrationspolitik und lässt Menschen auch nach Afghanistan zurückführen. Menschenrechtsexperten warnen. Die US-Einwanderungsbehörde ICE plant Abschiebungen nach Afghanistan . Nach Angaben des CBS sind davon auch ehemalige afghanische Ortskräfte des US-Militärs betroffen, die nach der Machtübernahme der Taliban 2021 das Land verlassen hatten. US-Anwalt Simon Sandoval-Moshenberg rügte das Vorgehen der US-Behörden. Er sagte dem Sender CBS: "Vielen Abgeschobenen wurde nicht einmal gesagt, wohin sie gebracht werden." Shwan Vandiver von der Hilfsorganisation AfghaEvec warnte im Sender PBS: "Wir wissen, dass Menschen verschleppt werden. Vielleicht werden Menschen von abtrünnigen Mitgliedern der Taliban geschädigt – doch fest steht: Menschen kommen zu Schaden." Überblick: Alle Entwicklungen im US-Newsblog Wahl-News: Aktuelle Trends im Midterms-Newsblog Insgesamt sind von der Abschiebung rund 150 Afghanen betroffen. Die Ankündigung erfolgte kurz vor den Zwischenwahlen in den USA am Dienstag. Die USA hatten ihre Afghanistan-Mission 2021 beendet, die nach den Terroranschläge vom 11. September 2001 begonnen hatte. Der damalige US-Präsident Joe Biden hatte zum überstürzten Abzug erklärt: "Sie werden einfach zurückgelassen und von diesen äußerst brutalen Menschen abgeschlachtet werden, und das bricht mir das Herz." Nun lässt Amtsnachfolger Donald Trump wieder nach Afghanistan zurückschieben. Behörde steht in der Kritik Laut Sandoval-Moshenbergs Angaben werden die Rückführungen über Pakistan abgewickelt. Mögliche Sicherheitsbedenken wies Trumps Einwanderungsbehörde ICE zurück: "Wenn die Menschen nicht mehr in unserem Gewahrsam sind, sind wir nicht mehr für ihre Sicherheit zuständig", teilte ICE mit. Die Behörde steht im Zentrum von Trumps Wende in der Migrationspolitik. Wegen ihres rigorosen Vorgehens gegen Migranten steht die Behörde in der kräftig in der Kritik. In Minneapolis war es dabei auch zu einem Todesfall gekommen. Trump verlor vor den Midterms am Dienstag auch in der Bevölkerungsgruppe der Zuwanderer aus Südamerika heftig an Unterstützung.