Vergiftung?: 27-Jährige stirbt in Frankreich nach Verzehr von getrockneten Morcheln
Eine 27-Jährige stirbt nach dem Verzehr getrockneter Pilze. Frankreichs Behörden rufen die Morcheln zurück. Der Verdacht: Kontamination mit einem Giftstoff.
Dieser Artikel erschien zuerst bei RTL.de.
Es ist Montagabend (2. November), als sich Marie-Lou in Montpellier ihr Lieblingsgericht zubereitet: Hähnchen mit Morcheln. Wie ihre Schwester Julia Thévenot auf Instagram berichtet, verwendet die 27-Jährige dafür getrocknete Pilze aus dem Handel.
Doch wenige Stunden nach dem Essen geht es Marie-Lou plötzlich sehr schlecht. Laut einer Mitteilung des französischen Gesundheits- und Landwirtschaftsministeriums entwickelt die 27-Jährige schwere Magen-Darm-Beschwerden. Sie kontaktiert ein Giftinformationszentrum und wird zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.
Doch die Ärzte können ihr Leben nicht mehr retten. Am Dienstag (3. November) stirbt die junge Frau. Besonders erschütternd: Laut den französischen Behörden hatte sie keine bekannten Begleiterkrankungen.
Waren tatsächlich die getrockneten Pilze für ihren Tod verantwortlich? Genau das wird derzeit untersucht. Die Ministerien vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr der Morcheln, den Beschwerden und dem Todesfall. Ob eine mögliche Verunreinigung der Pilze die tödliche Vergiftung verursachte, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Weitere Untersuchungen sollen Gewissheit bringen.
Schwester trauert: „Das ergibt keinen Sinn“
Für Marie-Lous Familie ist der plötzliche Tod ein unfassbarer Schock! Auf Instagram macht ihre Schwester Julia die traurige Nachricht am Mittwoch (4. November) öffentlich. „Marie-Lou ist tot. Es tut mir leid, das ergibt keinen Sinn“, schreibt sie zu einem Schwarz-Weiß-Foto ihrer Schwester.
Julia schildert auch, wie dramatisch die letzten Stunden der 27-Jährigen gewesen seien. Das Universitätsklinikum Montpellier habe alles versucht, um Marie-Lou zu retten. Doch ihre Schwester habe eine sehr seltene, schwere Reaktion erlitten. „Ihre lebenswichtigen Organe haben nacheinander versagt“, schreibt Julia.
Besonders bewegend ist ihre Bitte an Marie-Lous Freunde und Bekannte: Sie sollen Erinnerungen teilen und der Familie persönliche Nachrichten hinterlassen. Wer möchte, könne sogar einen Brief schreiben. „Marie-Lou liebte das Schreiben, Schreibwaren, Brieffreundschaften, Zeichnen und Kalligrafie“, erklärt ihre Schwester.
So möchte die Familie Erinnerungen an die junge Frau bewahren, deren Leben so plötzlich endete.
Behörden schlagen Alarm! Großer Rückruf von getrockneten Morcheln
Nach dem Todesfall reagieren die französischen Behörden mit einer dringenden Warnung. Auf dem staatlichen Rückrufportal RappelConso werden getrocknete Morcheln der Marke ChampiBon zurückgerufen. Grund ist der Verdacht auf eine Kontamination mit einem Giftstoff.
Besonders wichtig: Die betroffenen Morcheln dürfen nicht mehr gegessen werden – auch nicht gekocht! Darauf weist das französische Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium ausdrücklich hin. Die Rückrufe betreffen bislang nur Produkte, die in Frankreich verkauft wurden. Sollten wirklich die getrockneten Pilze für Marie-Lous Tod verantwortlich gewesen sein, kommt diese Warnung für die junge Frau leider zu spät.
Quellen:Instagram/le_carnet_des_mots, Mitteilung des französischen Landwirtschafts- und Gesundheitsministeriums, RappelConso
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