Ärger um Mülltrennung: Windeln gehören nicht in die "Grüne Tonne plus"
Rhein-Neckar. (sha/zg) "Uns stinkt’s!", macht der Abfallentsorger AVR Kommunal unmissverständlich deutlich. Stein des Anstoßes sind Fremdstoffe in der Grünen Tonne plus. Mit der Informationskampagne "Trenn‘ doch einfach!" will man die Bevölkerung des Rhein-Neckar-Kreises mit gezielten und aufmerksamkeitsstarken Maßnahmen über die richtige Mülltrennung informieren und über den korrekten Umgang mit der Grünen Tonne plus aufklären. Die Anzahl der Fehleinwürfe – durchschnittlich circa 30 Prozent – soll reduziert werden, heißt es in einer Mitteilung des Abfallentsorgers.
Einer der häufigsten Störstoffe: gebrauchte Einwegwindeln. Laut Bundesumweltministerium tragen rund 95 Prozent aller Kinder in Deutschland in den ersten Lebensjahren Einwegwindeln. Demnach verbraucht ein Neugeborenes am Tag durchschnittlich zwischen sechs und acht Windeln. In der gesamten Wickelphase kommt man so auf rund 5000 Einwegwindeln pro Kind. Dadurch werden pro Tag bis zu zehn Millionen gebrauchte Windeln entsorgt.
Zusätzlich sind in Deutschland auch circa fünf Millionen Menschen von Inkontinenz betroffen. Das sind insgesamt über 150.000 Tonnen Windeln pro Jahr, alleine in Deutschland, heißt es in der Mitteilung weiter. "Auch wenn Einwegwindeln zu großen Teilen aus Kunststoff bestehen, sollten sie keinesfalls über die Grüne Tonne plus entsorgt werden, sondern über die schwarze Restmülltonne", betont Vorständin Katja Deschner.
Hier sei es empfehlenswert, die gebrauchten Windeln nicht direkt in die Restmülltonne zu geben, sondern vorher "geruchssicher" zu verpacken. Volle Windeln sollten im Haushalt, getrennt vom restlichen Abfall, in einer separaten Mülltüte und diese wiederum in einem gesonderten Mülleimer, einem sogenannten "Windeleimer", gesammelt werden – idealerweise mit Geruchsschutz. Sei die Tüte voll, könne sie fest zugeknotet in die schwarze Restmülltonne geworfen werden. Hier gehören übrigens auch gebrauchte Masken hinein.
Das über die Grüne Tonne plus gesammelte Wertstoffgemisch – jährlich circa 70.000 Tonnen – wird in der Wertstoffsortieranlage in Sinsheim maschinell in verschiedene Stoffströme aufgetrennt und sortiert. Am Ende der Sortierung stehen sortenreine Sekundärrohstoffe, die zu Ballen verpresst an Verwertungsbetriebe geliefert werden. Übrig bleiben Sortierreste. Ein Ärgernis sind die erwähnten Störstoffe – neben Windeln vor allem Elektrogeräte und Hygieneprodukte, wie beispielsweise Feuchttücher, Wattestäbchen und Wattepads. "Bitte werfen Sie die Gegenstände lose in die Tonne, damit wir die Abfälle dem jeweiligen Material zuordnen können. Und bitte verschiedene Materialien nicht ineinander stapeln", appelliert Katja Deschner. "Verpackungen, beispielsweise Joghurtbecher, brauchen nicht ausgespült zu werden. Restentleert beziehungsweise ,löffelrein’ genügt", erläutert Deschner. Anschließend zählt die Abfall-Expertin noch einmal auf, was alles in die Grüne Tonne plus gehört:
> Papier: Zeitschriften, Zeitungen, Kataloge, Kartonagen, Illustrierte und sonstiges Papier, Papiertüten, Schachteln, Wellpappe.
> Verpackungen: wie Getränkedosen, Folien und Foliensäcke (beispielsweise für Zwiebeln und Kartoffeln), Netze für Obst und Gemüse, Getränkeverbundverpackungen (Milch- und Saftkartons), Joghurt-, Quark- und Sahnebecher, Blumentöpfe aus Kunststoff, Cremedosen und -tuben, Knisterfolie, Kronkorken, Kaffee- und Teeverpackungen, Margarinebecher, Plastikeimer und -dosen, Schokoladenfolie und -papier, Tuben, Verbundverpackungen aus verschiedenen Materialien, Verschlüsse und Deckel für Glasflaschen, Wasch- und Putzmittelbehälter, Styroporverpackungen, Styropor-Chips, Tragetaschen.
> Metall: Alufolie und andere Aluminiumteile, Nägel und Schrauben, Armaturen, Metalltöpfe, Konserven- und Getränkedosen, Schraubverschlüsse von Glasflaschen, Spraydosen (leer).
> Kunststoffteile: Plastikschüsseln, Kinderspielzeug, Einweggeschirr und Einwegbesteck.