In den 1970er-Jahren galt der Neue Deutsche Film als wegweisendes Genre in den Kinos. Aus den starren Vorgaben brach der Action-Thriller "Supermarkt" aus. Wim Wenders, Werner Herzog oder Rainer Werner Fassbinder zählen zu den wichtigen Vertretern des Neuen Deutschen Films. Ihre Werke spiegelten die harte Realität wider, sei es durch gesellschaftskritische Analysen oder Arbeiterfilme, die den Alltag in Deutschland schonungslos zeigten. Regisseur Roland Klick wollte jedoch andere Wege gehen. Sein Werk "Supermarkt", welches 1974 erschien, wirkte zur damaligen Zeit rebellisch und unangepasst. Darum geht es in "Supermarkt" Willi (Charly Wierzejewski) ist ein unauffälliger 18-Jähriger, der keine Perspektive im Leben hat und ziellos durch die Hamburger Straßen streift. Kleine Diebstähle sichern sein Überleben, doch sie verstricken ihn in die Machenschaften anderen Kriminellen. Jeder will etwas von ihm, immer muss er Gegenleistungen erbringen. Als er Monika begegnet, tritt seit langer Zeit etwas wie Liebe in sein Leben. Fasziniert von dem Mädchen, das es im Leben noch schwerer getroffen hat als ihn, setzt er sich für sie ein. Erstmals wird Willi die Chance gegeben, dass er anderen helfen und etwas von sich geben kann. Wie sehenswert ist "Supermarkt"? Wie die Filmseite "film-rezensionen.de" schreibt, verbindet Roland Klick in seinem Thriller Elemente aus Sozialdrama und Krimis. Zudem überzeugen die Darsteller als gehetzte und gejagten Figuren. Die Filmdatenbank "IMDb" vergibt 6,8 von 10 Punkten. "Supermarkt" lief am Samstag, 30. Mai 2026, um 00.40 Uhr im BR . Wer den Film im TV verpasst, kann ihn schon jetzt kostenfrei in der ARD-Mediathek streamen. Ausbruch aus dem Autorenfilm Regisseur Roland Klick machte vor "Supermarkt" durch sein Debüt "Bübchen" (1968) sowie seinen Western "Deadlock" (1970) auf sich aufmerksam. Wie die Kulturseite "kunstundfilm.de" erläutert, stieß Klick jedoch eben durch seine Erfolge beim gehobenen Publikum und bei der Filmförderung auf Skepsis. Die Außenseiterrolle in der Branche kam Roland Klick gelegen: Er wollte mit seinen Filmen zeigen, wie verkopft und eingefahren der deutsche Autorenfilm in seinen eigenen Regeln ist. Die starre und sterile Darstellung von Geschichten widersprach dem Anspruch an die persönliche Erzählweise. Er wollte seine Antihelden und die Action in realen und authentischen Milieus zeigen. Hollywoodreife Kameraführung Die Kameraarbeit in "Supermarkt" übernahm der Osnabrücker Jost Vacano. Statt statisch zu beobachten, folgt die Kamera den Figuren auf Schritt und Tritt. Immer in Bewegung, immer gehetzt und immer auf der Suche baut sie so einen dynamischen Sog auf, wie das Fachmagazin "Film + TV Kamera" berichtet. Die ungewöhnliche aber eindrucksvolle Arbeit blieb auch Hollywood nicht verborgen. Für Wolfgang Petersen setzte Vacano später "Das Boot" in Szene und arbeitete für Paul Verhoeven an Filmen wie "RoboCop", "Showgirls", "Starship Troopers" und "Hollow Man - Unsichtbare Gefahr".