Die US-Regierung wollte offenbar mit einer ungewöhnlichen Maßnahme mehr Menschen zur freiwilligen Ausreise bewegen. Doch die zuständige Behörde soll sich dagegen gewehrt haben. Die US-Regierung von Donald Trump soll geplant haben, 2,7 Millionen Menschen für tot zu erklären, um sie zur Ausreise zu bewegen. Das berichtet die "Washington Post" und beruft sich dabei auf einen Mitarbeiter der US-Sozialversicherungsbehörde, der der Zeitung gegenüber auspackte. Unter den Menschen sollen sich auch US-Bürger und Ausländer mit einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung in den USA befunden haben. Konkret habe die Regierung von der Sozialversicherungsbehörde gefordert, die Menschen aus ihren Datenbanken zu löschen. Dadurch sollte erzwungen werden, dass die Menschen freiwillig das Land verlassen. Die Sozialversicherungsnummer ist in den USA einer der entscheidenden Identitätsnachweise vor Behörden. Ohne eine entsprechende Nummer ist es nahezu unmöglich, Lohnzahlungen, Dienste von Banken oder staatliche Leistungen zu erhalten. Trump im Weißen Haus: Alle Informationen im Newsblog Mordfall in Großbritannien : Jetzt mischt sich JD Vance ein Laut dem Bericht habe der Mitarbeiter Jeremiah Schofield die Pläne nicht umgesetzt, nachdem Anwälte der Behörde gewarnt hatten, dass die Maßnahme gegen das Bundesrecht verstoßen hätte. Schofield sollte die Namen aus einer Kartei der Behörde in eine Liste von verstorbenen Menschen überführen. Er soll laut "Washington Post" die Absicht dahinter erst bemerkt haben, als er stichprobenartig die Personalien in der Liste überprüft hatte. Dabei fiel ihm auf, dass viele der Personen noch am Leben seien. Ein Mitarbeiter der Organisation Doge, die zu Beginn der Amtszeit Trumps Bürokratie abbauen sollten, soll Schofield danach den Sinn der Maßnahme erläutert haben. Doge habe sich auch erhofft, dass die Betroffenen daraufhin Hilfe bei der Sozialversicherung gesucht hätten. Beim Eintreffen in den Behörden hätte man die Einwanderer dann verhaften können. "Ich war schockiert. Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte", sagte Schofield dazu der Zeitung. "Grausame Einwanderungspolitik" Die "Washington Post" hatte bereits zuvor von einem ähnlichen Fall berichtet. Damals seien aber tatsächlich die Daten von 6.100 Einwanderern in eine Kartei von Verstorbenen überführt worden. Daraufhin hatten sich einige Betroffene wieder bei der Behörde gemeldet, um nachzuweisen, dass sie nicht verstorben seien. Schofields hat seine Erfahrungen in einem 49-seitigen Bericht festgehalten und ihn an die Senatorin von Massachusetts, Elizabeth Warren, geschickt. "Dies sieht nach einem illegalen Versuch von DOGE aus, die Sozialversicherung als Waffe einzusetzen, um Trumps grausame Einwanderungspolitik durchzusetzen", sagte Warren dazu. Laut dem Bericht habe die US-Regierung Doge Anfang des Jahres den Zugriff auf entsprechende Daten der Sozialversicherungsbehörde entzogen. Ein Sprecher der Behörde teilte mit, dass die 2,7 Millionen Menschen nicht in die Sterbekartei aufgenommen wurden. Die Behörde unterhalte "höchste interne Kontrollstandards."