Der Beschuss eines Tankers vor Oman verschärft den Streit über die US-Blockade iranischer Häfen. Indien protestiert scharf nach dem Tod dreier Seeleute. Das US-Militär hat im Golf von Oman einen Öltanker beschossen, der iranisches Öl transportiert und Anweisungen ignoriert haben soll. Bei dem Vorfall am Mittwoch wurden nach indischen Angaben 21 Seeleute gerettet, drei indische Crew-Mitglieder wurden tot geborgen. Die Leichen seien entdeckt und identifiziert worden, schrieb der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal auf der Plattform X. Das US-Zentralkommando teilte mit, man habe den Maschinenraum der unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau fahrenden "Settebello" beschossen. Die Besatzung habe wiederholt Anweisungen der US-Streitkräfte missachtet und das Schiff habe die laufende Blockade verletzt, indem es versuchte, Öl aus dem Iran zu transportieren. Der Betreiber der "Settebello" sitzt in Indien . Newsblog: Alle aktuellen Entwicklungen rund um den Krieg in Nahost Krieg gegen den Iran: Trump schlägt zu Indien bestellte den stellvertretenden US-Missionschef ein und legte scharfen Protest ein, wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Das indische Außenministerium verurteilte den Angriff. "Das Vorgehen gegen die Handelsschifffahrt und zivile Infrastruktur in der Region muss enden", hieß es. "Settebello" setzt Notruf ab – Marine des Oman rückt aus Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO hatte ein Feuer im Maschinenraum des Chemie- und Öltankers etwa 20 Seemeilen nordöstlich des omanischen Hafens Sohar gemeldet. Die omanische Marine reagierte auf einen Notruf der "Settebello", wie die britische Risikomanagement-Firma Vanguard mitteilte. Der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) der UN, Arsenio Dominguez, verurteilte den Vorfall. Jeder Akt, der das Leben von Seeleuten und die Sicherheit der internationalen Schifffahrt gefährde, sei inakzeptabel. Seine Gedanken seien bei den Familien der Opfer und bei allen, die auf Nachrichten von Besatzungsmitgliedern warteten. Die USA hatten am 13. April eine Blockade gegen Schiffe mit Verbindungen zum Iran verhängt. Zuvor hatte der Iran die Schifffahrt durch die Straße von Hormus , eine der weltweit wichtigsten Routen für Öl und Gas, stark eingeschränkt. Seit Beginn der Blockade haben die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben acht Schiffe kampfunfähig gemacht, die sich ihren Anweisungen widersetzten. 134 Schiffe seien umgeleitet worden, während 42 Schiffe mit humanitären Hilfsgütern passieren durften. Todesfälle im Zusammenhang mit diesen Einsätzen wurden bislang nicht gemeldet. Erst am Montag hatten US-Kräfte den leeren Öltanker "Marivex" im Golf von Oman außer Gefecht gesetzt, der ihren Angaben zufolge verbotswidrig einen iranischen Hafen ansteuern wollte.