Die Spannungen zwischen China und Taiwan nehmen zu. Taipeh meldet einen gefährlichen Zwischenfall auf See. China ist nach Angaben aus Taiwan erstmals mit Schiffen in die Gewässer um die Insel Taiping im Südchinesischen Meer eingedrungen. Zwei chinesische Schiffe seien durch die "verbotenen" Gewässer um die von Taiwan beanspruchte Insel gefahren, teilte die taiwanische Küstenwache am Donnerstag mit. Die Schiffe hätten sich dort 15 Minuten lang aufgehalten, bevor sie von der Küstenwache vertrieben worden seien. Taiping ist die größte Insel im Spratly-Archipel, der auch von China, den Philippinen und Vietnam beansprucht wird. Nach Angaben der taiwanischen Küstenwache erstrecken sich ihre "verbotenen" Gewässer in einem Umkreis von vier Kilometern von der Küste. China beansprucht indes praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich. Erst kürzlich provozierte China mit "Sicherheitseinsatz" Der Vorfall ereignete sich wenige Tage, nachdem ein chinesischer "Sicherheitseinsatz" in Gewässern östlich von Taiwan zu neuen Spannungen geführt hatte. China betrachtet das demokratische und selbstverwaltete Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischen Mitteln wieder mit dem Festland vereint werden soll. Taiwan hatte sich nach 1945 von China losgesagt. Die Führung in Peking beansprucht aber die Hoheit über die Insel. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt bei seinem Besuch in Peking Sorgen über die Sicherheitsgarantie der USA ausgelöst. So hatte Trump angedeutet, dass die USA der Volksrepublik ein Mitspracherecht bei eigenen Waffenlieferungen an Taiwan einräumen könnte.