König Ludwig II.: Neues Denkmal und Gottesdienst für Bayerns „Märchenkönig“
140 Jahre nach dem Tod würdigt Bayern den König der Schlösser: Ludwig II. bekommt ein neues Denkmal, es gibt Ausstellungen - und einen Gottesdienst an dem Ort, an dem er starb.
140 Jahre nach dem noch immer rätselhaften Tod von König Ludwig II. erinnert in München ein neues Denkmal an den „Märchenkönig“. Ministerpräsident Markus Söder nahm an der Enthüllungsfeier an der Corneliusbrücke teil. Ludwig habe sich nicht nur der Kunst, sondern auch der Wissenschaft verschrieben und mit der Gründung der Technischen Universität in München eine der führenden Hochschulen in der EU geschaffen, sagte der Regierungschef.
Söder setzt Politik der Wittelsbacher fort
„Diese Politik der Wittelsbacher aus Tradition und Fortschritt setzen wir bis heute entschlossen fort“, sagte Söder. Bayern ehrt seinen wohl bekanntesten Monarchen am Wochenende mit mehreren Veranstaltungen. Höhepunkt ist neben der Enthüllung des Denkmals in München ein Gedenkgottesdienst in Berg am Starnberger See, unweit der Stelle, wo Ludwig zu Tode kam.
Der König, der immense Summen in den Bau von Schlössern, aber auch in Kunst und technische Erfindungen steckte, kam am 13. Juni 1886 im Alter von 40 Jahren unter bis heute ungeklärten Umständen ums Leben.
Kaum eine historische Figur prägt das Bild Bayerns bis heute so stark wie der Erbauer von Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof. Hunderttausende Besucher drängen jedes Jahr durch die Schlösser von Ludwig II.
Sonderführungen zu Ludwig
Als Vertreter des Hauses Wittelsbach werden zu dem Gottesdienst in Berg Ludwig Prinz von Bayern und seine Schwester Auguste Prinzessin zu Lippe mit ihrer Familie erwartet. Ein gesondertes Gedenken in der Münchner Michaelskirche, wo der König die letzte Ruhe fand, ist nach Angaben der Verwaltung des Herzogs von Bayern in diesem Jahr nicht geplant.
In der Region Starnberg sind auch Sonderführungen auf den Spuren Ludwigs II. sowie weitere Veranstaltungen an Originalschauplätzen seines Lebens und seiner letzten Tage angekündigt. Am Sonntag eröffnet etwa im Museum Starnberg die Dauerausstellung „Ludwig II. – Die letzten Tage des Märchenkönigs“ über die letzten vier Tage im Leben des Monarchen. Die Schau widmet sich den Ereignissen zwischen seiner Entmachtung auf Schloss Neuschwanstein und seinem Tod in Berg.
„Märchenkönig“ für regierungsunfähig erklärt
Von Gudden hatte den als „Märchenkönig“ bekannten Wittelsbacher in einem Gutachten für geisteskrank und damit regierungsunfähig erklärt.
Geboren wurde Ludwig am 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg in München. Mit 18 Jahren bestieg er den Thron – jung, unerfahren und mehr an Kunst, Musik und Poesie interessiert als an Regierungsgeschäften. Zugleich war er fasziniert von moderner Technik. Er gründete 1868 die Technische Universität München (TUM). Seine Schlösser gehörten zu den technisch fortschrittlichsten Europas. Vor allem Neuschwanstein gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Kontinents.