"Blue Beetle" und andere: Ein sechsbeiniger Superheld oder ein verliebter Hugh Grant: Die TV-Tipps für Fußball-Muffel
Keine Lust auf Fußball am Abend? Wir empfehlen hier wieder drei lohnende Alternativprogramme für WM-Muffel. Diesmal mit einem Superhelden wider Willen und einer Erfolgsromanze, die für einen Londoner Stadtteil zum Fluch wurde.
Die WM 2026 aus den USA, Mexiko und Kanada geht munter weiter. Jetzt steigt das Team von Julian Nagelsmann ins Turnier ein. Das Erste überträgt am Sonntag, 14. Juni (ab 19 Uhr), das erste Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curacao. Wem das schnuppe ist, der findet an diesem Abend durchaus spannende Alternativen im TV. Wir stellen drei Filme vor.
"Blue Beetle" (RTL, 20.15 Uhr)
Ein Junge wird von seiner verarmten Mutter zum Markt geschickt, um eine Kuh zu verkaufen. Aber statt Geld bringt er nur ein paar angebliche Zauberbohnen nach Hause. Mancher mag sich an das Märchen "Hans und die Bohnenranke" erinnern. Ganz ähnlich wie diesem Hans geht es auch dem Helden aus "Blue Beetle", der DC-Comicverfilmung von Angel Manuel Soto (Regie) und Gareth Dunnet-Alcocer (Drehbuch) aus dem Jahr 2023, die RTL nun um 20.15 Uhr, als Free-TV-Premiere zeigt: Jaime Reyes (Xolo Maridueña, "Cobra Kai") ist ein ganz gewöhnlicher Junge, der seine ganze Familie mit Aushilfsjobs über Wasser hält. Ein Vorstellungsgespräch bei einem großen Konzern verspricht endlich mal etwas mehr Geld und Sicherheit. Doch statt eines Arbeitsvertrags bringt Jaime nur eine alte Hamburgerschachtel mit einem seltsamen blau leuchtenden Käfer mit nach Hause. Der Skarabäus springt Jaime ins Gesicht, schleudert ihn durch die Gegend und setzt sich schließlich an Jamies Wirbelsäule fest. Der Käfer bildet um Jaime herum einen Panzer und, je nach Bedarf, alle möglichen Waffen. Der Skarabäus "schützt seinen Wirt". Doch er ist auch "eine Art Weltvernichtungswaffe", der in "Blue Beetle", dem 15. Spielfilm aus dem DC Universe, ein paar richtig fiese Gestalten hinterherjagen.
"Notting Hill" (SAT.1, 20.15 Uhr)
Obwohl der Film "Notting Hill" (1999), den SAT.1 nun erneut um 20.15 Uhr aus dem Archiv holt, bereits vor 27 Jahren weltweit in den Kinos lief, stößt auch heute noch manch alteingesessener Bewohner des gleichnamigen Londoner Szene-Viertels Flüche aus, wenn man im Gespräch die Namen Julia Roberts oder Hugh Grant erwähnt. Das eher verschlafene Fleckchen Erde mutierte nach dem Erfolg von Roger Michells romantischer Screwball-Komödie schlagartig zum angesagtesten Stadtteil. Seitdem kämpfen die Anwohner mit nicht enden wollenden Touristenströmen.
In "Notting Hill" ist alles ein bisschen anders als im sogenannten "richtigen Leben". Wie groß ist etwa die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Hollywoodstar wie Anna Scott (Julia Roberts) in einen winzigen Reisebuchladen verirrt und vom Besitzer nicht einmal erkannt wird? Hugh Grant spielt den liebenswerten Schwerenöter William Thacker mit der von ihm hinlänglich bekannten Mischung aus typisch britischem Understatement und lausbubenhaftem Charme.
Nachdem William einen Becher Orangensaft auf Annas T-Shirt verschüttet hat, kommen sich die beiden ungleichen Partner zum ersten Mal näher – so nah, dass die Hollywoodschönheit den verdutzten Buchhändler gleich einmal leidenschaftlich küsst. Alles Weitere gleicht dann einer modernen Cinderella-Geschichte, bei der das männliche Aschenputtel zwischen Hoffen und Bangen hin- und hergerissen ist, bis es schließlich doch noch seine Prinzessin heimführen darf.
"Riddick – Chroniken eines Kriegers" (ProSieben, 20.15 Uhr)
Vin Diesel scheint weder Langeweile noch Misserfolg zu kennen: Während die Action-Reihe "Fast & Furious" im Kino mit einem elften Film 2028 zu Ende gehen soll, kündigte der 58-Jährige an, dass mindestens eine Live-Action-Serie aus dem "Fast & Furious"-Universum für den Streamingdienst Peacock entwickelt werde. Bis es so weit ist, trösten sich die Fans mit Wiederholungen. ProSieben zeigt nun den Film "Riddick – Chroniken eines Kriegers" unter Regie von David Twohy mit Diesel in der Hauptrolle aus dem Jahr 2004.
Anders als der vorausgegangene Weltraumschocker "Pitch Black – Planet der Finsternis" (2000) spielt "Riddick" weder auf dem gleichen Planeten noch mit den gleichen Aliens. Eine Konstante blieb immerhin: Vin Diesel. Als cooler Muskelprotz Riddick, der sich im Vorgängerfilm vom Killer zum ambi valenten Antihelden entwickelte, ist er noch immer auf der Flucht vor Kopfgeldjägern. Zudem machen sich im Weltall die gefährlichen Necromonger unter der Führung von Lord Marshal (Colm Feore) breit. "Konvertiere oder stirb", fordert die extreme Alien-Sekte auf allen Planeten, die sie ansteuert. Das Geisterwesen Aereon (Judi Dench) weiß allerdings, dass nur Riddick die Angreifer stoppen kann. Doch der lässt sich dann erst nach einiger Überzeugungsarbeit auf ein Duell mit Lord Marshal ein.
Dass in der aufwendigen Inszenierung sehr viel Geld steckt, wird schnell deutlich. Die geschätzten 105 Millionen US-Dollar konnten mit einem weltweiten Einspielergebnis von 116 Millionen Dollar gerade einmal so gedeckt werden. Fortsetzungen gab es dennoch: 2004 folgte "Riddick: Krieger der Finsternis", 2013 kam "Riddick: Überleben ist seine Rache" ins Kino. Ein weiterer Film unter dem Titel "Riddick 4: Furya" befindet sich derzeit noch in der Entwicklung.