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Politologin: Iran bei der WM "heißes Eisen" für Trump

Ein Fußballexperte erklärt, wann der Iran und die USA bei der WM gegeneinander spielen müssten. Uneinig ist man sich darüber, wie Trump diesem Szenario begegnen würde. Propaganda oder einfach ein Sportgroßereignis? Markus Lanz hat mit seinen Gästen über die Wechselwirkung zwischen Fußball-WM und Politik in den USA gesprochen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Teilnahme der iranischen Nationalelf. Politisierte Fußballspiele habe es in der Vergangenheit bereits häufiger gegeben, erklärte Fußballexperte Lucas Vogelsang. Als Beispiel nannte er das Match England gegen Argentinien im Jahr 1986, das unter dem Eindruck des Falklandkrieges gestanden hatte. Die Gäste Cathryn Clüver Ashbrook, Politologin Rüdiger Bachmann, Ökonom Lucas Vogelsang, Fußballexperte Jürgen Schmieder, Journalist Klaus Ehringfeld, Journalist Dieser hatte nur wenige Jahre zuvor mit einer Kapitulation der argentinischen Streitkräfte geendet. Auf dem Fußballplatz siegte im WM-Viertelfinale ‘86 Argentinien durch zwei Tore von Diego Maradona – sein irreguläres "Hand Gottes"-Tor schrieb Fußballgeschichte. Neu sei bei dieser WM, dass eine von zwei Kriegsparteien das Gastgeberland ist, so Podcaster Vogelsang. Kritik übte er am Umgang der USA mit der iranischen Mannschaft. Dass die Fußballer anders als angekündigt nach ihrem Spiel gegen Neuseeland nicht in Kalifornien übernachten durften, sondern zurück in ihr Trainingslager in Mexiko reisen mussten, sei Schikane gewesen und "eigentlich unvorstellbar". Newsblog zur WM 2026 : Alle aktuellen Meldungen "Im schlimmsten Sinne Waffenbrüder" Ob überhaupt noch jemand ernst nehme, was der Präsident sagt, wollte Lanz wissen. "Infantino oder Trump?", hakte Vogelsang nach. Sowohl der US-Präsident als auch der Fifa-Präsident seien "Despoten", erklärte er. "Da haben sich zwei gefunden und sind im schlimmsten Sinne Waffenbrüder", so der Fußballexperte. Es sei ein "großes Glück", dass sich der amerikanische Präsident Donald Trump bei den Turnieren bisher noch im Hintergrund gehalten habe, sagte der Journalist. "Die Trump-Spiele kommen erst noch" – lautete seine Prognose. Er erwarte beispielsweise den Präsidenten im Stadion in Dallas zu sehen, falls die USA im Sechzehntel-Finale am 3. Juli gegen den Iran spielten. Zu diesem Szenario könnte es kommen, wenn sowohl die Amerikaner als auch die Iraner zweite in ihren jeweiligen Gruppen würden, erklärte Vogelsang. "Das ist ein Trump-Spiel", so der Fußballexperte über das hypothetische Match. Der Präsident habe bereits angekündigt, dass er am 4. Juli – dem 250. amerikanischen Unabhängigkeitstag – beim Achtelfinale im Stadion in Philadelphia sein werde. Abhängig vom Verlauf des Turniers besteht die Chance, dass dort Deutschland auf Frankreich treffe. Für Trump ebenfalls eine Chance für eine große Inszenierung, so Vogelsang. Nach diesen beiden möglichen Auftritten des US-Präsidenten müsse man das Turnier nochmal neu bewerten, forderte Vogelsang. Ökonom nennt Trump "Idiot" Widerspruch bekam Vogelsang von dem in den USA lebenden Journalisten Jürgen Schmieder, der aus Los Angeles zugeschaltet war. Trump würde "auf keinen Fall" bei einem Spiel der USA gegen den Iran ins Stadion kommen, schließlich beinhalte dieses Szenario auch die Möglichkeit einer Niederlage, so Schmieder. "Dieses Risiko wird dieser Mensch nie eingehen", stellte er klar. Sollte es zu der Partie kommen und die USA gegen den Iran verlieren, werde man Trumps Reaktion nicht im Bild sehen, prognostizierte er. Stattdessen sei zu erwarten, dass er die US-Elf danach öffentlich als "Versager" bezeichne. Zustimmung bekam Schmieder von Politologin Cathryn Clüver Ashbrook, die einen Auftritt des Präsidenten bei einem solchen Spiel ebenfalls ausschloss. "Das wäre ein absolut heißes Eisen, sich da ins Stadion zu setzen, um sich gegebenenfalls nochmals vom Iran demaskieren zu lassen", erklärte die USA-Expertin und verwies auf das jüngst geschlossene Abkommen zwischen den USA und dem Iran . "Was der Iran erreicht hat in diesem Krieg ist tatsächlich historisch", so ihre Einordnung. Es handele sich um einen "Schmach-Frieden", für den die USA 14 Milliarden Dollar freimachen mussten, nachdem sie ihre Kriegsziele nicht erreicht haben, so Clüver Ashbrook. Von Ökonom Rüdiger Bachmann wollte Lanz wissen: Was hätte Trump tun oder lassen sollen, um ein erfolgreicher Präsident zu werden? Das meiste, was er getan habe, hätte er einfach lassen sollen, antwortete der in den USA lehrende VWL-Professor. Seine Wähler hätten von Trump zwei wesentliche Dinge erwartet, die beide nicht erfüllt worden seien: die Senkung der Lebenshaltungskosten und eine Deportation krimineller Banden. Stattdessen hätten der Iran-Krieg und Trumps Zölle die Preise in den USA "eher verschlimmert". Auch die brutalen Ausweisungen friedlicher Einwanderer stünden gegen das, was die "normalen, herzlichen Amerikaner" wollten. Trumps Politik erklärte Bachmann damit, dass die Republikaner von ihrem Sieg "besoffen" gewesen seien und geglaubt hätten, die Ziele der MAGA-Bewegung und "Projekt 2025" in Reinform umsetzen zu können. Resultate seien der Krieg mit dem Iran, die militärische Intervention der USA in Venezuela und die "absurde" Auseinandersetzung mit dem Papst. "Welcher Idiot streitet sich mit dem populärsten Amerikaner?", fragte Bachmann. Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hatten sich der aus den USA stammende Papst und Trump im April einen öffentlichen Schlagabtausch geliefert, nachdem Papst Leo XIV. die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" im Nahen und Mittleren Osten verurteilt hatte.

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