Norwegens Königshaus atmet auf, die Kronprinzessin hat ihre Lungentransplantation überstanden. Ein Blick auf die OP zeigt, wie brenzlig es für Mette-Marit war. Vor rund zwei Wochen stellte sich Norwegens berühmtester Lungenspezialist vor die Kameras und erklärte der Nation, wie eine Transplantation ablaufe. Are Holm vom Universitätsklinikum in Oslo hatte eine Präsentation mitgebracht, auf der Lungenflügel zu sehen waren. Er sprach über Überlebenschancen, Risiken und hob die "besondere Fachkompetenz" seiner "spezialisierten Teams" hervor, die eine solche Operation bei Kronprinzessin Mette-Marit vornehmen werden. Wie wir inzwischen wissen, ist die Transplantation geglückt. Laut Angaben des norwegischen Königshauses verlief der Eingriff bei Mette-Marit "bisher erfolgreich". Dass dies mit hohem Aufwand einherging, zeigt der Blick zurück auf die Aussagen von Are Holm. Arzt über Mette-Marit: Sie hatte nur noch ein Jahr zu leben "Eventuelle Komplikationen behandeln": Wie es bei Mette-Marit weitergeht Mette-Marit: Unter dieser unheilbaren Krankheit leidet die Kronprinzessin Mette-Marits Herz musste stillgelegt werden Eine solche Operation erfolge unter Vollnarkose, sagte er bei seiner Präsentation: "Wir müssen das Brustbein und den Brustkorb öffnen und schließen das Herz an eine Herz-Lungen-Maschine an, wie es auch bei einer offenen Herzoperation üblich ist, damit Blutkreislauf und Gasaustausch außerhalb des Körpers stattfinden können." Der Ablauf eines solchen Eingriffs erfordere es, Mette-Marits Herz stillzulegen, so der Mediziner weiter. Anschließend entferne man die erkrankte Lunge. Dies sei "der schwierigste Teil des gesamten Eingriffs", so Holm. Er erläuterte weiter: "Wenn das kranke Organ entfernt und die neuen Lungenflügel eingesetzt worden sind, werden diese nach und nach eingenäht, wobei die großen Blutgefäße und die Luftröhren an den Patienten angeschlossen werden." Mette-Marit nur kurz auf der Warteliste: Wovon hängt die Wartezeit einer Lungentransplantation ab? Insgesamt sei mit einer OP-Zeit von drei bis fünf Stunden zu rechnen. Laut norwegischen Medien hat der 68-jährige Herz- und Lungenchirurg Arnt Eltvedt Fiane, ein Kollege von Are Holm, die OP bei der Kronprinzessin durchgeführt. Er ist Professor und Abteilungsleiter für Thoraxchirurgie am Rikshospitalet. Nach der vollzogenen Transplantation hieß es vom Königshaus: "Wie alle anderen frisch transplantierten Patienten wird die Kronprinzessin noch mehrere Wochen im Rikshospitalet bleiben." "Etwa die Hälfte der Patienten lebt noch" Man werde Mette-Marit auf der Intensivstation lassen und beobachten. Das Nachsorgeprogramm sei umfassend, es würden verschiedene Medikamente verabreicht, regelmäßig gebe es Kontrollen und man entnehme Gewebeproben, um zu prüfen, wie der Körper das Spenderorgan annimmt. Are Holm sagte bereits, dass "jeder achte Patient das erste Jahr nicht" überstehe. "Zehn Jahre nach einer Lungentransplantation lebt etwa die Hälfte der Patienten noch", so der norwegische Fachmann. Die Kronprinzessin werde ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen sein, damit ihr Körper die neue Lunge nicht abstoße.