Ecuador wollte endlich den ersten Sieg bei der diesjährigen WM holen. Stattdessen erwischt der Turnier-Debütant einen guten Tag. Ein Spieler sticht hervor. Die ecuadorianische Nationalmannschaft hat in ihrem zweiten Spiel der Weltmeisterschaft gepatzt und Deutschland damit zum Gruppensieger gekürt. Gegen Turnier-Neuling Curaçao schoss "La Tri" zwar 29-mal in Richtung Tor, doch kein einziger Versuch wollte gelingen. Die beiden deutschen Gegner in Gruppe E trennten sich 0:0. Zum Matchwinner wurde vor 68.598 Fans Curaçaos herausragender Torhüter Eloy Room, der etliche Chancen der Südamerikaner vereitelte. Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte zuvor dank zweier Tore von Joker Deniz Undav mit 2:1 gegen die Elfenbeinküste gewonnen und ihren zweiten Sieg bei dieser Weltmeisterschaft gefeiert. Zum Auftakt hatte es ein souveränes 7:1 gegen Curaçao gegeben. Ecuador hatte gegen die Elfenbeinküste unglücklich und in letzter Minute mit 0:1 verloren. So lief das Spiel Curaçao-Coach Dick Advocaat hatte nach dem 1:7 eine Steigerung seiner Mannschaft angekündigt. "Ecuador hat eine bessere Mannschaft als Curaçao. Aber das heißt nicht, dass sie es leicht haben werden", hatte der mit 78 Jahren älteste Trainer der WM gesagt. "Wir müssen sehen, dass wir das Spiel so lange wie möglich offenhalten." Und das gelang dem kleinsten Land, das sich bislang jemals für eine Weltmeisterschaft qualifiziert hat, ausgezeichnet. Advocaat hatte die Defensive seines Teams etwas verstärkt und auf ein 5-3-2-System gesetzt, das den Karibik-Kickern deutlich mehr Stabilität gab. Zwar hatte Ecuador erwartungsgemäß mehr vom Spiel und durch Routinier Enner Valencia (3. Minute), Pedro Vite (14.) und den früheren Bundesliga-Profi John Yeboah (42.) gute Chancen. Insgesamt kamen die Südamerikaner mit der klaren Favoritenrolle aber nicht gut zurecht. Trainer Sebastián Beccacece hatte zwar davor gewarnt, das kleine Curaçao zu unterschätzen. Mit dem Druck nach dem unglücklichen 0:1 zum Auftakt gegen die Elfenbeinküste hatte der Zweite der Südamerika-Qualifikation aber sichtlich Schwierigkeiten. Auch nach dem Seitenwechsel wollte das Tor nicht gelingen. Ecuador rannte weiter an, Curaçao verteidigte aber nach wie vor mit großem Einsatzwillen. Die mehr als 20.000 Anhänger der "Tri" im Kansas City Stadium wurden langsam ungeduldig, auch weil Gonzalo Plata per Kopf die nächste Großchance vergab (59.). Im Gegenzug hatte der Fußball-Zwerg aus der Karibik plötzlich eine Dreifach-Möglichkeit zur Führung: Unter anderem der ehemalige Bochumer Jürgen Locadia vergab dabei die Führung für den Außenseiter. Bei Curaçao schwanden in der Folgezeit die Kräfte. Dennoch warfen sich die Schützlinge von Advocaat weiter in jeden Ball. Vor allem Torwart-Routinier Room war es zu verdanken, dass der Außenseiter auch bis zur Trinkpause im zweiten Durchgang das torlose Remis hielt. Danach ging das Anrennen von Ecuador weiter, die Südamerikaner erspielten sich Chance um Chance. Der überragende Room war an diesem Tag aber einfach nicht zu bezwingen.