Meinung: Auf diese Achse sollte der neue Bundestrainer setzen
Die Nationalelf bewegt sich seit Jahren zwischen Aufbruch und Rückfall. Für einen Neuaufbau sollte der nächste Bundestrainer in Zukunft auf diese Spieler bauen.
Nach dem frühen WM-Aus gegen Paraguay steht der DFB vor mehreren wichtigen Entscheidungen. Fernab von der Trainerfrage gilt es jetzt, ein stabiles Grundgerüst zu schaffen, das der Nationalmannschaft wieder zu alter Stärke verhelfen wird.
Genau diesen Punkt kritisierte der ehemalige Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm nach dem Turnier im „kicker“. Seiner Meinung nach habe der deutschen Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren vor allem Kontinuität gefehlt. Deutschland sei immer dann erfolgreich gewesen, wenn die Rollen der Spieler klar verteilt gewesen seien und eine feste Hierarchie bestanden habe, sagte der Weltmeister von 2014. Genau dieses Fundament muss der DFB nun wieder aufbauen.
Der bewusste Startpunkt: das Tor
Der erste nötige Schritt muss auf der Torwartposition gemacht werden. Torhüterlegende Manuel Neuer hat nach dem Aus gegen Paraguay bereits bestätigt, dass es sein letztes Länderspiel war. Eine Rückkehr ist ausgeschlossen.
Mit dem Aufbau seines Protegés Jonas Urbig könnte der DFB bewusst ein Zeichen setzen, dass der Umbruch nicht nur Theorie, sondern gelebte Praxis ist. Die Entscheidung wäre weniger eine reine Leistungsfrage für den Moment, sondern vielmehr ein strategischer Impuls. Ein jüngerer Torhüter als Stammkeeper steht symbolisch für einen langfristig gedachten Umbruch. Eine Alternative wäre Noah Atubolu.
Die Nationalelf braucht eine Achse als Fundament
In der Innenverteidigung sollten Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck weiterhin ihre unterschiedlichen Stärken vereinen. Das betrifft die Präsenz wie die spielerische Qualität. Die Ruhe und Positionssicherheit von Tah ergänzt Schlotterbeck durch Aggressivität und Mut im Vorwärtsspiel. Diese kontrollierte, variable Balance ist ein sicherer Rückhalt für die Mannschaft.
Im Mittelfeld führt an Kapitän Joshua Kimmich kein Weg vorbei, solange seine Rolle klar definiert ist. Als zentraler Mittelfeldspieler gibt er der Mannschaft Struktur und ordnet das Spiel. An der Seite von Kimmich könnten entweder Aleksandar Pavlović oder Felix Nmecha spielen. Beide ergänzen Kimmich mit ihren Qualitäten auf ihre eigene Art und Weise.
Auch in der Offensive muss der DFB langfristig auf Kontinuität setzen. Jamal Musiala und Florian Wirtz bleiben die Gesichter der deutschen Offensive. Beide verfügen über außergewöhnliche Qualität, konnten diese bei der WM jedoch nicht konstant auf den Platz bringen. In einem klaren taktischen System mit festen Rollen können sie künftig die kreativen Schlüsselspieler der Nationalmannschaft werden.
Die Nationalmannschaft steht nach dem frühen WM-Aus unter großem Druck. Gleichzeitig bietet sich die Chance, die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Gelingt es, wieder eine Mannschaft mit klaren Profilen, festen Hierarchien und einer erkennbaren Spielidee aufzubauen, könnte genau dieses Gerüst der Nationalmannschaft die Stabilität verleihen, die ihr in den vergangenen Jahren gefehlt hat – und die Grundlage für zukünftige Erfolge schaffen.