Zwei Angeklagte sollen als Mitglieder des IS jesidische Mädchen versklavt haben. Nun wurden sie verurteilt. In einem Völkermordprozess hat das Oberlandesgericht München am Montag einen aus dem Irak stammenden Mann zu lebenslanger Haft verurteilt. Seine Partnerin erhielt eine Jugendstrafe von neuneinhalb Jahren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die zuletzt in Deutschland lebenden Angeklagten als Mitglieder der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zwei jesidische Mädchen versklavt und vergewaltigt hatten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden im Irak zwei jesidische Mädchen als Sklavinnen kauften, ausbeuteten und dass der Mann, der als Friseur in der bayerischen Hauptstadt arbeitete, bevor er sich in einer Münchner Moschee radikalisiert haben soll, die Kinder sexuell missbrauchte. Die Bundesanwaltschaft warf dem Paar unter anderem Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, dazu schweren sexuellen Missbrauch von Kindern beziehungsweise die Beihilfe dazu. "Die monströse Gewalt liegt so fern jeglicher Menschlichkeit, dass sie unwirklich erscheint", hatte die Vertreterin des Generalbundesanwalts erklärt. Alles habe dem Ziel des IS gedient, den jesidischen Glauben zu vernichten. "Es tut mir leid", sagte die heute 30-jährige Angeklagte. Ihr ebenfalls angeklagter Ehemann erklärte dagegen: "Ich möchte nichts sagen."