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Iran-Krieg: Experte sieht Zeichen für US-Bodenoffensive

Die USA verstärken ihre Angriffe im Süden des Iran. Ein Experte sieht darin mögliche Vorbereitungen für eine Bodenoffensive. Die zunehmenden US-Angriffe im Süden des Iran könnten nach Einschätzung des Iran-Experten Hamidreza Azizi auf die Vorbereitung einer möglichen Bodenoperation hindeuten. Washington greife gezielt Verkehrswege, Militärverbände und Stellungen entlang der Küste an, schrieb der Gastwissenschaftler der Stiftung Wissenschaft und Politik auf der Plattform X. Zugleich berichtet das US-Nachrichtenportal "Axios", dass Präsident Donald Trump eine massive Ausweitung des Kriegs erwägt. Nach Informationen von "Axios" will die US-Regierung Dutzende weitere Tankflugzeuge nach Israel verlegen. Trump habe sich im Situation Room mehrere neue Militärpläne vorlegen lassen, berichtete das Portal unter Berufung auf drei amerikanische und israelische Regierungsvertreter. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, könne aber bereits in den kommenden Tagen getroffen werden. Krieg im Nahen Osten: Verwirrung um Explosionen auf Öltankern Fahrtroute veröffentlicht: Iranisches Medium publiziert Tötungsanleitung für Trump Zur Debatte stehen demnach Angriffe auf iranische Kraftwerke und andere Teile der Infrastruktur, erneute Attacken auf Atomanlagen sowie ein Angriff auf eine mutmaßliche unterirdische Nuklearanlage am sogenannten "Pickaxe Mountain". Die zusätzlichen Tankflugzeuge könnten die Reichweite und Einsatzdauer amerikanischer Kampfflugzeuge erhöhen und damit eine umfangreichere Luftoffensive unterstützen. Iran setzt Rahmenabkommen aus Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung schwindet zugleich. Die iranische Regierung betrachtet das Mitte Juni mit den USA geschlossene Rahmenabkommen vorerst als ausgesetzt. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars, sein Land sei derzeit "mit der Verteidigung des Landes beschäftigt". Gharibabadi warf Washington vor, mit seinen Angriffen gegen Verpflichtungen aus der sogenannten Absichtserklärung von Islamabad verstoßen zu haben. Deshalb fühle sich auch Teheran nicht mehr an die Vereinbarung gebunden. Formell von dem Abkommen zurückgezogen habe sich der Iran nach seinen Angaben jedoch nicht. Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni grundsätzlich darauf verständigt, innerhalb von 60 Tagen eine dauerhafte Vereinbarung auszuhandeln. Zu den zentralen Punkten gehörte die Öffnung der Straße von Hormus . Seit Anfang April hatte eine Waffenruhe gegolten, bevor der Konflikt Anfang Juli erneut eskalierte. Azizi erkennt Muster für Bodenoperation Experte Azizi geht in seiner Analyse einen Schritt weiter. Das Muster der jüngsten Angriffe könne Teil einer schrittweisen Strategie sein, "den Boden für eine mögliche Entsendung von Bodentruppen vorzubereiten", schrieb er. Ziel einer solchen Operation könnte es sein, den südlichen Küstenstreifen des Iran unter Kontrolle zu bringen und Teheran damit den Zugriff auf die Straße von Hormus zu entziehen. Der Experte verweist dabei auf die Auswahl der Ziele. US-Streitkräfte hätten in den vergangenen Tagen Brücken und Eisenbahnverbindungen im Süden des Landes angegriffen. Hinzu kämen Berichte über Attacken auf Flughäfen und Tanklaster in Bandar Abbas. Solche Angriffe könnten darauf ausgerichtet sein, den Nachschub und die Bewegungsfreiheit iranischer Truppen zu behindern. "Axios" zufolge bombardierte das US-Militär allein rund um Bandar Abbas mindestens sieben Brücken. Die Hafenstadt gilt als wichtiges logistisches Zentrum der iranischen Revolutionsgarden. Über die Verbindungen werden Munition, Material und Verstärkung zu Einheiten entlang der Straße von Hormus transportiert. Aus Sicht Azizis sprechen auch Angriffe auf größere iranische Heeresverbände für eine umfassendere Strategie. In der südöstlichen Provinz Sistan und Belutschistan sei die 88. Panzerdivision der regulären Armee angegriffen worden. Im südwestlichen Khuzestan seien Stellungen der 92. Panzerdivision ins Visier geraten. Einige Beobachter interpretierten diese Angriffe als Versuch, die iranischen Streitkräfte entlang der wichtigsten südlichen Achsen zu schwächen, erklärte Azizi. Dadurch könnten die Risiken einer späteren Entsendung amerikanischer Bodentruppen verringert werden. Kontrolle der Küste als mögliches Ziel Parallel dazu setzen die USA ihre Angriffe auf Raketen-, Drohnen- und Radaranlagen sowie Einrichtungen der Marine der Revolutionsgarden entlang des Persischen Golfs fort. Zusammengenommen deuteten die Entwicklungen zunehmend auf eine mögliche Bodenoperation im Süden des Iran hin, schrieb Azizi. Die US-Kampagne könnte demnach über das bisherige Ziel hinausgehen, Irans Fähigkeit zu Angriffen auf Handelsschiffe zu schwächen. Washington könnte zu der Einschätzung gelangt sein, dass nur die Kontrolle über den iranischen Küstenstreifen die Bedrohung der Straße von Hormus dauerhaft beseitigen könne. Bislang gibt es allerdings keinen öffentlich bestätigten Beschluss für eine Bodenoffensive. Auch die Entsendung zusätzlicher Tankflugzeuge spricht zunächst vor allem für eine Ausweitung der Luftangriffe. Hunderttausende Soldaten wären nötig Azizi warnt zugleich vor den Dimensionen einer Bodenoperation. Eine Besetzung des iranischen Küstenstreifens würde weit über frühere Überlegungen hinausgehen, lediglich die für den Ölexport bedeutende Insel Kharg oder einzelne Inseln an der Straße von Hormus einzunehmen. Die iranische Südküste erstreckt sich über rund 1.800 Kilometer. Eine umfassende Kontrolle dieses Gebiets würde nach Einschätzung Azizis vermutlich Hunderttausende Soldaten erfordern. Selbst eine erfolgreiche Einnahme bedeute zudem nicht, dass die USA das Gebiet langfristig halten könnten. Der Iran verfüge über eine erhebliche strategische Tiefe, schrieb Azizi. Die Größe des Landes und die Länge der Küste würden eine dauerhafte Kontrolle zusätzlich erschweren.

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