Die Versandapotheke Sanicare ist erneut zahlungsunfähig. Das Unternehmen mit 74 Angestellten ist trotz eines Umsatzes von 80 Millionen Euro im vergangenen Jahr insolvent. Es ist die nächste Insolvenz auf dem Apothekenmarkt. Die bekannte Versandapotheke Sanicare ist nach 2012 erneut zahlungsunfähig. Wie die Betreibergesellschaft BS-Apotheken OHG in einem Schreiben mitteilte, hat sie bereits am 15. Juli beim Amtsgericht Osnabrück ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Somit bleibt die Geschäftsführung der Betreibergesellschaft selbst an der Führung des insolventen Unternehmens mit Sitz im niedersächsischen Bad Laer im Kreis Osnabrück beteiligt und setzt den Sanierungskurs weitestgehend unter eigener Aufsicht fort. Rund 160 Beschäftigte betroffen: Deutscher Weltmarktführer ist insolvent Angeschlagener Batteriekonzern: Varta steht vor dem Aus Rückläufige Umsätze als Grund für die Insolvenz Die Gründe für die erneute Insolvenz von Sanicare sind laut der Betreibergesellschaft die rückläufigen Umsätze und die hohen Investitionen in die Infrastruktur. Als Ziel hat sie ausgegeben, dass in den nächsten Wochen ein Sanierungskonzept für den insolventen Apothekenversand ausgearbeitet wird. Ziel des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens sei "eine Straffung der laufenden Kosten und eine nachhaltige positive Ertragsentwicklung". Ein vorläufiger Sachwalter begleitet das Verfahren, das Unternehmen wird juristisch und betriebswirtschaftlich beraten. Bekannte Online-Apotheke insolvent: 74 Angestellte betroffen Christoph Bertram und Heinrich Meyer, die beiden Gesellschafter, betonen, dass der Geschäftsbetrieb trotz der Insolvenz ohne Einschränkungen fortgeführt werde. "Wir sind überzeugt, die anstehenden Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, und blicken zuversichtlich nach vorn", heißt es weiter in dem Schreiben. Mit den eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen werde das Unternehmen zukunftsfähig aufgestellt. Die BS-Apotheken OHG betreibt die Sanicare-Versandapotheke und zählt damit zu den größten Online-Apotheken in Deutschland. Neben dem bundesweiten Versandgeschäft unterhält das Unternehmen mehrere Präsenzapotheken. 2025 lag der Jahresumsatz bei rund 80 Millionen Euro. Derzeit sind nach eigenen Angaben des insolventen Unternehmens 74 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt.