Mondfinsternis: Warum es sich am 28. August lohnt, extra früh aufzustehen
Oft treten eine Sonnenfinsternis und eine Mondfinsternis kurz nacheinander auf. Das ist auch in diesem Jahr so. Ende August kann man frühmorgens den Mond verschwinden sehen.
Wer nach der Sonnenfinsternis vom 12. August ein weiteres besonderes Ereignis am Himmel beobachten will, bekommt am 28. August Gelegenheit dazu. Diesmal steht nicht die Sonne im Mittelpunkt – sondern der Mond. Eine partielle Mondfinsternis steht bevor, bis zu 96 Prozent des Mondes werden verdunkelt.
Sonnen- und Mondfinsternisse treten häufig kurz hintereinander auf. Astronomisch gehören beide Ereignisse eng zusammen: Sie entstehen, wenn der Mond nahe einem der beiden Schnittpunkte seiner Bahn mit der Erdbahnebene steht. Bei einer Sonnenfinsternis befindet sich der Mond dabei zwischen Erde und Sonne, bei einer Mondfinsternis die Erde zwischen Sonne und Mond.
Das Zeitfenster hierfür erstreckt sich über gut einen Monat und umfasst sowohl Neumond als auch Vollmond. Zwischen dem Jahr 2000 und heute gab es weltweit 60 entsprechende Konstellationen. In rund der Hälfte davon kam die Mondfinsternis zuerst, in der anderen die Sonnenfinsternis.
Sonnenfinsternis und Mondfinsternis gehören oft zusammen
Am 28. August wird der Mond fast vollständig in den Kernschatten der Erde eintauchen. Eine totale Finsternis wird dabei nur knapp verfehlt. Für Beobachter angenehm: Anders als bei einer Sonnenfinsternis besteht keine Gefahr für die Augen, wenn man dem Schauspiel zusehen möchte. Der Mond kann ohne Schutzbrille mit bloßem Auge, einem Fernglas oder Teleskop angeschaut werden.
Die Herausforderung ist dieses Mal eher die Uhrzeit. Der Erdschatten erreicht den Mond um 4.33 Uhr am frühen Morgen. Die interessanteste Phase spielt sich zwischen fünf und sechs Uhr ab. Gleichzeitig nähert sich der Sonnenaufgang, während der Mond immer tiefer sinkt. Damit verschlechtern sich die Bedingungen für eine Beobachtung kontinuierlich, je mehr der Mond verdeckt wird.
Wo kann man die Mondfinsternis gut sehen?
Besonders günstig für Fans der Mondfinsternis liegt Südthüringen. Dort bleibt der Mond bis kurz vor sechs Uhr morgens sichtbar. Die verfügbare Zeit nimmt von Nordosten nach Südwesten deutlich zu: Auf Rügen endet die Beobachtungszeit schon um 5.26 Uhr bei erst 66 Prozent Bedeckung, in Leipzig um 5.41 Uhr bei immerhin 84 Prozent. An der Saar kann der Mond bis 6.10 Uhr verfolgt werden, und die Mondfinsternis erreicht dort 96 Prozent.
Wer möglichst viel sehen möchte, sollte also gegebenenfalls einen Ausflug in den Süden des Landes machen. In jedem Fall braucht man einen freien Blick nach Südwesten und sollte früh genug aus dem warmen Bett krabbeln. Der Blick durch ein Fernglas kann das Ereignis noch spektakulärer machen.