Vor den Zwischenwahlen verlieren einige Republikaner die Geduld mit Trump. Sie wollen, dass der Präsident die von ihm kontrollierte Wahlkampfschatulle öffnet, doch er scheint zu zögern. US-Präsident Donald Trump steht kurz vor den Zwischenwahlen im November parteiintern in der Kritik. So fragen sich mehr und mehr Republikaner, wie weit Trumps Unterstützung bei der Richtungswahl geht. Offen ist vor allem, ob der US-Präsident die von ihm kontrollierten Wahlkampfmittel der politischen Spendenorganisation MAGA Inc. einsetzt, um republikanische Bewerber zu unterstützen. Recherchen der "Washington Post" legen nahe, dass Trump das Geld zurückhält. Und das aus einem sehr persönlichen Motiv: Etwa um private Rücklagen zu bilden, "um seinen eigenen politischen Einfluss bei der Auswahl der Bewerber im nächsten Präsidentschaftswahlkampf zu sichern oder für spätere Anwaltskosten, Reisen nach der Amtszeit sowie Herzensprojekte wie seine Präsidentenbibliothek" schreibt das Blatt. Allein die Kosten für die Bibliothek werden demnach auf mindestens eine Milliarde Dollar veranschlagt; es wäre laut der "Post" der "bislang teuerste Bau einer Präsidentenbibliothek". Überblick: Alle Entwicklungen im US-Newsblog Präsidiales Problem: Trumps Militär geht an seine Grenzen Bei den Zwischenwahlen im November wird ein Drittel des Senats sowie das komplette Repräsentantenhaus neu besetzt. Angesichts der geringen Popularitätswerte des Präsidenten droht Trump seine Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments zu verlieren. Umso mehr drängen Republikaner den Präsidenten, seine private Wahlkampfkasse zu öffnen. Das Nachrichtenportal "Politico" zitierte einen Parteispender der Republikaner mit den Worten: "Trump sitzt auf Hunderten von Millionen Dollar, tut aber nichts. Wir haben bereits September." Die Republikaner drohen die Geduld mit Trump zu verlieren. Streit über Super-PAC eskaliert Bei der parteiinternen Debatte geht es vor allem um sogenannte Super-PACs. Das sind politische Aktionskomitees (englisch: Political Action Committee – PAC). Sie wurden erfunden, um die restriktiven US-Regeln für Parteispenden zu umgehen. Der Trick: Spender geben ihr Geld nicht an einen politischen Kandidaten direkt, sondern an sein Unterstützungskomitee. So spendete der Tech-Unternehmer Elon Musk erst diese Woche rund 800.000 Dollar. Allein Trumps Komitee MAGA Inc. verfügte laut offiziellen Angaben Anfang vergangenen Monats über 400 Millionen Dollar. Die Kontrolle darüber besitzt Donald Trump, nicht die Partei. Umso mehr hoffen die Republikaner auf Trump. Laut der "Washington Post" wagt sich jedoch kaum jemand aus den Reihen der Republikaner vor, um Trump offen zu kritisieren. Die Zeitung schreibt: "Hinter den Kulissen haben jedoch viele darüber geklagt, dass MAGA Inc. bereits wertvolle Gelegenheiten verpasst hat, sich Sendezeit zu günstigeren Frühbucherpreisen zu sichern und das Image der Kandidaten zu prägen, bevor sich die Einstellungen verfestigen." Laut öffentlichen Angaben verfügen die Republikaner als Partei über eine Wahlkampfkasse von rund 657 Millionen Dollar, fast zweimal so viel wie die oppositionellen Demokraten mit 334 Millionen Dollar. Doch sind Parteistrukturen in den USA traditionell schwach. Umso mehr zählen Persönlichkeiten wie Trump. Der hielt sich mit konkreten Angaben noch zurück. Im Rosengarten des Weißen Hauses erklärte er den Parteifreunden diese Woche: "Wir werden euch unterstützen, und ich werde unterwegs sein und viele Reden halten", kündigte Trump eine Wahlkampftour an. Er werde sich auf den letzten Monat vor der Abstimmung konzentrieren. "Man sollte nicht zu früh damit anfangen, denn die Wähler vergessen es sonst wieder", so Trump. Eine finanzielle Zusage war das nicht.