Robert Andrich nimmt seine neue Situation als abgesetzter Kapitän bei Leverkusen an. Was Trainer Martínez nach dem Spiel öffentlich über ihn sagte, verändert die Lage nochmal. Beim 4:0-Sieg von Bayer Leverkusen gegen Union Berlin hat Robert Andrich sein 200. Pflichtspiel für die Werkself bestritten. Der 31-Jährige wurde in der 70. Minute eingewechselt und mit großem Applaus empfangen. Andrich kämpft um seinen Stammplatz, nachdem ihn der neue Trainer Carles Martínez als Kapitän abgesetzt und eine Nebenrolle signalisiert hatte. Den Kapitänswechsel sieht Andrich gelassen. Bei Sky sagte er: "Für mich ist das jetzt nicht so negativ, wie es vielleicht dargestellt wird. Ich bin der Meinung, ein Kapitän sollte nun mal die meiste Zeit auf dem Platz stehen. Und wenn der Trainer der Meinung ist, das wird dieses Jahr bei mir vielleicht ein bisschen weniger als im letzten Jahr, dann ist es für mich völlig okay." "Grundsätzlich unter Druck": Wackelt der erste Bundesliga-Trainer? Ausgepfiffen und beleidigt: Bayern-Boss schimpft über Sprechchören gegen Neuer Weniger Spielzeit möchte der 19-malige Nationalspieler dennoch nicht hinnehmen. "Mit den sportlichen Ambitionen, die ich habe, ist es natürlich nicht so einfach, wenn man hört, dass man zunächst eine Nebenrolle spielt", sagte Andrich. Er verwies zugleich auf die vergangenen Wochen und nannte sie "die unruhigste Saisonvorbereitung überhaupt". Andrich war ein Wechsel nahegelegt worden. "Aber wie man sieht, bin ich noch hier in Leverkusen und werde mich jetzt auch nicht ergeben und sagen: Ja, dann ist es halt so. Ich bin weiterhin sauer, wenn ich nicht spiele." Trainer Martínez stellt Startelf-Einsätze in Aussicht Im Verhältnis zu Martínez sieht Andrich noch Luft nach oben, ohne daraus ein Dauerthema machen zu wollen. Er räumte ein, die Kommunikation könne noch besser werden, sagte aber auch: "Ich finde, wir sollten jetzt wirklich langsam mal weg davon, dass wir nur über mich sprechen und mit dem Trainer und mir." Martínez betonte auf der Pressekonferenz, er sei mit Andrich im Austausch. "Ich denke, die Situation ist ganz klar, ich rede mit ihm", sagte der Trainer. Er hob Andrichs Rolle nach dem Einsatz gegen Union hervor: "Er ist hier und jetzt ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns. Heute hat er gespielt, weil er es verdient hat, weil er gut trainiert hat, und das hier ist ein großer Wettbewerb." Weitere Einsätze stellte Martínez in Aussicht: "Sicher wird er an einem anderen Tag auch in der Startelf stehen", und ergänzte: "Rob will genau dasselbe wie ich, nämlich das Beste für diesen Verein, und wir werden unser Bestes geben, um unser Ziel zu erreichen."