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Hertha BSC: Berliner siegen trotz Nilsson-Fehlschuss auch in Dresden

Hertha BSC marschiert in der 2. Bundesliga weiter unaufhaltsam voran. Auch in Dresden feiern die Berliner einen Sieg – gegen alle Widerstände. Sechstes Spiel, sechster Sieg: Hertha BSC geht mit der vollen Punkteausbeute von 18 Zählern in die Länderspielpause. Der Hauptstadtklub fuhr am Samstagabend auch im Topspiel der 2. Bundesliga bei Dynamo Dresden einen Erfolg ein. Die "Alte Dame" gewann im Hexenkessel Rudolf-Harbig-Stadion mit 2:1 (1:1). Dabei hatte Hertha im Spielverlauf mit allerlei Rückschlägen zu kämpfen. Zunächst schoss das ehemalige Berliner Talent Patrice Čović Dresden in Führung (10. Minute). Jón Dagur Þorsteinsson glich zwar im ersten Durchgang noch aus (29.), Neuzugang Gustaf Nilsson vergab jedoch nach der Pause den schon sicher geglaubten zweiten Treffer der Gäste, als er aus drei Metern über das leere Tor schoss (53.). Nach dem Fehlschuss wurde dann auch noch ein Tor von Oluwaseun Adewumi nach Eingriff des Videoschiedsrichters zurückgenommen (57.). Þorsteinsson bescherte Hertha mit seinem zweiten Tor jedoch die drei Punkte (80.). So lief das Spiel Mit 700 Fans hatten die Berliner auswärts gerechnet, der Großteil folgte einem Boykottaufruf wegen der Maßnahmen nach den Ausschreitungen im Rückspiel der vergangenen Saison. In ihrer Kurve, links und rechts davon große Pufferzonen mit freien gelben Sitzen, wirkten die mitgereisten Hertha-Anhänger gegen die Übermacht der Dynamo-Ultras dann auch ein bisschen wie auf verlorenem Posten. 29.122 Zuschauer waren insgesamt im Stadion. Mit Wucht wollten die Dresdner ihre Profis zum Sieg brüllen – jedoch ohne skandalträchtige Vorfälle wie Anfang April. Die Partie stand damals kurz vor dem Abbruch, fast 20 Minuten war sie unterbrochen worden nach Pyro-Attacken und einem Platzsturm. Hertha hatte die Partie 1:0 gewonnen. Dieses Mal gerieten die Berliner in Rückstand. Und das durch den Sohn von Ante Čović, immer noch als Trainer in Diensten der Hertha und einst sogar der Coach der ersten Mannschaft. Das Rudolf-Harbig-Stadion bebte. Nur, dass die Berliner auf dem Platz sich davon auch nicht sonderlich irritieren ließen. Beeindruckend unberührt und spürbar gestärkt nach dem perfekten Start in die Saison spielten sich die Gäste immer weiter in die Hälfte der Dresdner. Nach nicht mal einer halben Stunde war es dann so weit: Þorsteinsson traf aus 16 Metern. Zuvor hatte es auf beiden Seiten gute Chancen gegeben. Es war ein teilweise recht wildes Spiel mit vielen giftigen Zweikämpfen – auf jeden Fall unterhaltsam für ein Flutlicht-Topspiel am Abend. Die Dresdner Ultras befanden dazu auf einem Plakat nach der Pause: "Krawallspiel zur besten Sendezeit? – Stimmt das Geld, steht ihr bereit." Dazu gab es das DFB-Logo – rot umrandet und durchgestrichen. Doch auf dem Rasen dominierte Hertha und hätte durch Gustaf Nilsson in Führung gehen müssen, der allerdings kläglich vergab. Oluwaseun Adewumi machte es dann zwar besser, doch der Videoassistent (VAR) hatte etwas zu beanstanden. Der Offensivakteur hatte sich das Spielgerät bei seinem Kopfball offenbar an die Hand geköpft. Von dort war die Kugel ins Tor gegangen. Der Treffer zählte nicht. Auf der Bank reagierte Hertha-Coach Stefan Leitl ob der minimalen Berührung mit Unverständnis auf die Entscheidung des Schiedsrichtergespanns. Der 49-Jährige konnte zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit dann aber doch noch jubeln. Þorsteinsson vollstreckte gegen zu passive Dresdener traumhaft per Schlenzer.

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