Masters: Kraftloser Weltmeister und energiegeladene Teenager
Das Topturnier in Wijk aan Zee ist auch ein Kampf der Generationen. Die Generation um die Topspieler Weltmeister Ding, Nepomniachtchi, Giri und Vidit liegt hinter den Teenagern Abdusattorov und Gukesh zurück. Der Usbeke setzte sich in einer hin und her gehenden Partie glücklich gegen Max Warmerdam in einem angenommenen Damengambit durch. Gukesh gewann gegen Alexander Donchenko, nachdem sich herausstellte, dass das Gegenspiel des Inders stärker war als die vermeintlichen Drohungen des deutschen Großmeisters. Nach 21...b4 war die Partie im Grunde gelaufen und Donchenko ging chancenlos unter. Das Schach des Weltmeisters Liren Ding wirkt derzeit kraftlos und ohne Selbstbewusstsein. Er läßt seine Zähigkeit in der Verteidigung, die ihm den Weltmeistertitel eingebracht hat, vermissen. In seiner Partie im Spanier gegen Ian Nepomniachtchi verteidigte er sich sehr schlecht. Vor dem schwarzen 29. Zug war die Stellung ausgeglichen, aber statt Te8 zu spielen um den Vorstoß des e-Bauern zu verhindern, verviel Ding auf den nicht nachvollziehbaren Zug Tb6. Die Vertreibung seines Springers f6 erwies sich als klar vorteilhaft für den Russen und die Stellung von Ding brach bald zusammen. Der Weltmeister muss sein Energielevel enorm steigern um seinen Weltmeistertitel erfolgreich verteidigen zu können. Die übrigen Partien blieben relativ ereignislos und endeten mit gerechten Remis. Abdusattorov und Gukesh führen mit 6,5 Punkten nach 10 Runden. chess24