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Zuschauerrekord: Warum die WM 1994 in den USA so erfolgreich war

Fußball war 1994 noch ein Nischensport in den USA – und trotzdem strömten mehr Menschen in die Stadien als bei jeder anderen Weltmeisterschaft. Wie war das möglich? Vor Turnierbeginn 2026 gab sich die Fifa zuversichtlich: Angesichts der großen Nachfrage werde der bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 aufgestellte Zuschauerrekord "ziemlich sicher übertroffen". Kein Turnier davor und danach hat diese Marke erreicht. Und das, obwohl die späteren Weltmeisterschaften mit 32 statt 24 Teams und in 64 statt 52 Spielen ausgetragen wurden. Dabei war die Skepsis im Vorfeld groß gewesen. Fußball spielte 1994 im US-Sport neben Football, Basketball und Baseball kaum eine Rolle. Dass die Zuschauer trotzdem in die Stadien strömten, hatte mehrere Gründe. Rechtsextremes Symbol? "Unbewusste Zuckung" – Schiri verteidigt Geste Während der WM : Tunesien präsentiert neuen Trainer Wenige Spiele, dafür riesige Stadien Der wichtigste strukturelle Faktor war die Kombination aus Turnierformat und Spielstätten. Die WM 1994 wurde an neun Standorten ausgetragen, fast ausschließlich in großen American-Football-Stadien mit Kapazitäten von 60.000 bis über 90.000 Plätzen. Weil das Turnier mit nur 52 Spielen vergleichsweise kompakt war, konzentrierte sich die Nachfrage auf wenige, sehr große Arenen. Das Ergebnis: Insgesamt 3.587.538 Zuschauer kamen in die Stadien. Im Schnitt 68.991 pro Spiel. Schon nach 44 Spielen berichtete die "Los Angeles Times" von einer Auslastung von 97,7 Prozent der offiziellen Kapazität. Zum Vergleich: Frankreich 1998, das erste Turnier mit 32 Teams und 64 Spielen, kam nur auf 2.785.100 Zuschauer insgesamt und einen Schnitt von 43.517 Zuschauern pro Partie. Das zweiterfolgreichste Turnier in Brasilien kam immerhin auf 3.429.873 Stadionbesucher mit einem Schnitt von 53.592 pro Spiel. Tickets in unterschiedlichen Kategorien Zur hohen Auslastung der Stadien trug auch die Ticketstrategie bei. Die Karten wurden in großer Zahl und in verschiedenen Preiskategorien angeboten, teils in Paketen gebündelt. Das Ziel war, möglichst viele Menschen ins Stadion zu bringen, nicht möglichst hohe Einnahmen pro Sitzplatz zu erzielen. In einem Markt ohne feste Fußball-Stammklientel schien das für die Veranstalter die einzig sinnvolle Strategie zu sein. Ein Binnenmarkt als Rückenwind Hinzu kam ein Faktor, den kein anderes Gastgeberland in dieser Form bieten konnte: Mit über 260 Millionen Einwohnern, dichten Metropolregionen und gut ausgebauter Infrastruktur war das Potenzial an erreichbaren Zuschauern enorm. Die neun Spielorte – darunter New York, Los Angeles , Chicago, Dallas und San Francisco – lagen in Ballungsräumen mit Millionen von Menschen im Einzugsgebiet. Das bedeutete, dass die WM nicht in erster Linie auf internationalen Reiseverkehr setzen musste, um die Stadien zu füllen. Der Heimmarkt allein lieferte die nötige Masse – nicht zuletzt durch die vielen Einwanderer aus fußballbegeisterten Ländern, die in den USA lebten und nun die Weltmeisterschaft vor der Haustür hatten. Kein Fußballfest – ein Großevent Entscheidend war auch, wie das Turnier vermarktet wurde. Alan Rothenberg, der damalige Organisationschef der Fifa, brachte es rückblickend auf den Punkt: Man habe verstanden, dass Amerikaner große Events lieben: "Wir haben eine Menge Dinge getan, die gewissermaßen das Eis gebrochen haben, wenn es darum geht, das Turnier als mehr darzustellen als nur als Fußballturnier." Und so wurde die WM 1994 entsprechend mit Shows und Glamour inszeniert. Dazu kam womöglich auch Neugier. Neben internationalen Fans und Einwanderern kamen viele US-Zuschauer, die weniger wegen einer bestimmten Mannschaft ins Stadion gingen als wegen des Ereignisses selbst. Selbst Spiele ohne große sportliche Strahlkraft füllten die Arenen. Für viele war es die einmalige Gelegenheit, ein Großereignis zu erleben, das sie so noch nicht kannten.

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