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Trump: US-Präsident kündigt neue Zölle gegen Dutzende Handelspartner an

An diesem Freitag läuft der gesetzliche Rahmen für Trumps globale Zölle aus. Doch schon hat seine Regierung eine neue Grundlage für Importgebühren gefunden. Die US-Regierung hat am Donnerstag neue Zölle gegen Dutzende Handelspartner angekündigt. Darunter fallen auch bestimmte Produkte aus der Europäische Union, wie das Büro des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer mitteilte. Als Grundlage für die neuen Importgebühren nennt die Regierung angeblich unzureichende Maßnahmen gegen Zwangsarbeit. Die Aufschläge von 10 bis 12,5 Prozent treten dem Weißen Haus zufolge in der Nacht zum Freitag (6.01 Uhr MESZ) in Kraft und zielen auf rund 60 internationale Handelspartner ab. Ausgenommen seien Produkte, die bereits zuvor auf ein Schiff geladen wurden, sich auf dem letzten Transportabschnitt zum Bestimmungsort befinden und vor dem 28. Juli abgefertigt werden. 54 Länder, darunter China , Indien , Japan, die Schweiz, Norwegen , Großbritannien und Australien , sollen es laut einem Dokument der US-Regierung versäumt haben, ein Importverbot für Waren aus der Zwangsarbeit einzuführen und durchzusetzen. Diese Länder fallen demnach in die höhere Zollkategorie von 12,5 Prozent. Sechs weitere Länder und Regionen verfügen laut dem Handelsbeauftragten zwar über ein solches Verbot. Sie setzten es jedoch nicht effektiv um. Dazu zählen in dem Dokument neben der Europäischen Union auch Kanada , Ecuador , Indonesien , Pakistan und Mexiko . Für sie plant die US-Regierung Zölle von 10 Prozent. Die Strafzölle betreffen demnach alle Produkte der betroffenen Länder. Allerdings sind auch Ausnahmen vorgesehen. Für Textilien gilt zudem ein spezieller Mechanismus: Bestimmte Mengen an Textil- und Bekleidungsimporten aus ausgewählten Ländern können zu vergünstigten Zollsätzen eingeführt werden. Nukleardeal mit Saudi-Arabien : Trump sabotiert sich selbst Trump im Weißen Haus: Alle Informationen im Newsblog Es läuft eine Frist aus Am Freitag läuft die gesetzliche Frist für die bisherigen globalen Zölle aus. Nach seiner Niederlage vor dem Obersten US-Gerichtshof hatte Trump in aller Eile im Februar neue globale Zölle in Höhe von 10 Prozent verhängt. Grundlage für die neuen Importgebühren ist der Paragraf 122 aus dem Handelsgesetz von 1974, der die Erhebung einer Abgabe von höchstens 15 Prozent maximal 150 Tage lang erlaubt. Danach müsste das US-Parlament seinen Segen geben – angesichts der ohnehin hohen Inflation ist dies mehr als unwahrscheinlich. Der Supreme Court hatte im Februar entschieden, dass Trumps frühere Zölle gegen Dutzende Handelspartner – darunter auch die Europäische Union – auf Basis eines Notstandsgesetzes rechtswidrig waren. Trump habe dabei seine Befugnisse als Präsident überschritten, urteilte eine deutliche Mehrheit der Richter. In der Konsequenz muss die US-Regierung Milliarden an Zöllen wieder zurückzahlen. Gleiches Gesetz, anderer Paragraf Dass Trump nun eine neue Zoll-Begründung liefert, war erwartet worden. So kann die Regierung das gleiche Handelsgesetz aus dem Jahr 1974 heranziehen, um auf Basis eines anderen Paragrafen neue Zölle zu verhängen. Paragraf 301 räumt der Regierung die Möglichkeit ein, bei nachweislich "ungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden" Handelspraktiken entsprechend aktiv zu werden. Zuletzt hatte Trumps Handelsbeauftragter Greer im Gespräch des US-Senders CNBC Konsequenzen signalisiert, die aus Untersuchungen auf Basis des Paragrafen 301 zu Zwangsarbeit resultierten. Er war auf einen Artikel der "Financial Times" angesprochen worden, der eine zeitnahe Ankündigung von Zöllen gegen Einfuhren aus Dutzenden Ländern thematisiert hatte. Zwangsarbeit als Grund für neue Zölle? Anfang Juni hatten die USA Zölle gegen 60 Volkswirtschaften angedroht, weil diese Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht verhindert oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüft hätten. Voraussetzung für Zölle auf Basis des Paragrafen 301 ist, dass die Regierung zuvor Kommentare eingeholt und Anhörungen durchgeführt hat. Dies war zuletzt bei Brasilien der Fall, als Greer einen Zoll von 25 Prozent auf bestimmte Güter des südamerikanischen Landes verkündete. Die Untersuchung habe eine Vielzahl von unfairen Handelspraktiken offenbart, hieß es. Unklarheit für "Turnberry-Deal" Für die meisten Importe aus der EU galt bislang ein Zoll von bis zu 15 Prozent. Dabei handelt es sich um das auch als "Turnberry-Deal" bekannte bilaterale Handelsabkommen zwischen der EU und den USA. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Trump hatten sich im August 2025 darauf geeinigt, um einen drohenden Handelskrieg abzuwenden. Brüssel machte weitere Zugeständnisse wie die Abschaffung von EU-Zöllen auf US-Industriegüter. Angesichts der sprunghaften Politik unter Trump hat die EU aber zusätzlich ein Sicherheitsnetz eingebaut: Sollten die USA ihre Zusagen nicht vollständig umsetzen oder Absprachen aussetzen, können die EU-Konzessionen ausgesetzt werden. Dazu gehören etwa erneute Zollerhöhungen. Bislang hält sich Washington laut Brüsseler Kreisen zumindest in den meisten Fällen an das Abkommen. Für rund 93 Prozent der EU-Exporte in die Vereinigten Staaten fielen Zölle in Höhe von maximal 15 Prozent an, sagte ein EU-Beamter. Bei den restlichen Produkten liege der Satz allerdings höher: Dies sei etwa für Käse zutreffend, der effektiv mit knapp 25 Prozent verzollt werde.

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